Erstellt am 23. Mai 2013, 12:22

Vom Russischen Bär bis zur Trollblume. Woche der Artenvielfalt | Der Naturschutzbund versucht, auf geschützte Arten aufmerksam zu machen. Auch im Bezirk sind solche zu finden.

Seltene Arten: die nach Kakao duftende Purpurlila Schwarzwurz (im Bild), das Frühlings-Adonis-Röschen, das nur in gemähten Halbtrockenrasen überleben kann, das große Windröschen und die Schachblume. Foto: Fally  |  NOEN, Fally
REGION | Noch bis 26. Mai findet die Woche der Artenvielfalt statt. Auch im Mittelburgenland stehen viele Pflanzen und Tiere unter besonderem Schutz, außerdem sind zwei Naturparke im Bezirk angesiedelt: der grenzüberschreitende Geschriebenstein-Irrötko sowie der Naturpark Landseer Berge.

Biologe Josef Fally erklärt: „ An Standorten, wo der Boden karg und felsig ist, wo der Kalkstein fast bis an die Oberfläche reicht, wo das wenige Niederschlagswasser rasch abfließt bzw. versickert, wo die Sonne die Erde erbarmungslos austrocknet, dort findet man auch im Mittelburgenland noch bedrohte Pflanzenarten, die auf der Roten Liste stehen.“ Um solche Lebensräume kümmere sich zum Beispiel der Naturschutzbund Burgenland – sie müssen nämlich gepflegt werden, sollen die Raritäten nicht ganz verschwinden, so Fally weiter.

Experte Fiala: "Schönster Trockenrasen"

Manfred Fiala, der in seinem Buch „Wildes Burgenland“ viele seltene Tier- und Pflanzenarten festgehalten hat, meint: „Im Gebiet zwischen Neckenmarkt und Ritzing haben wir den schönsten Trockenrasen.“ Im Mittelburgenland findet man außerdem geschützte Pflanzen wie zum Beispiel Diptam rund um Landsee, das große Windröschen in Deutschkreutz und zwischen Neckenmarkt und Ritzing, die Grasschwertlilie und die Trollblume. Viele Schmetterlinge seien unter den geschützten Arten, führt Fiala weiter aus. So gehören der Russische Bär, der Osterluzeifalter oder Kreuzenzian-Bläuling zu den gefährdeten Tieren.

Es ist auch wichtig, dass man den Wald in Würde altern lässt, erklärt Fiala weiters: zwei Drittel der Tierarten sind auf Totholz als Lebensraum angewiesen. „Man kann gar nicht genug machen“, meint Fiala. Um auf den Artenschutz aufmerksam zu machen, hat man die Woche der Artenvielfalt ins Leben gerufen, so Birgit Mair-Markart vom Naturschutzbund: „Wir wollen die unglaubliche Artenvielfalt in Österreich erlebbar machen und zeigen, welche wunderschönen Geschöpfe die Natur hervorgebracht hat. Man kann während der Woche zwischen hunderten Veranstaltungen wählen, vom Fledermaus-Belauschen bis hin zu geführten Moor-Wanderungen ist alles dabei.“ Infos unter www.naturschutzbund-burgenland.at/de/veranstaltungen.html