Erstellt am 14. Oktober 2015, 05:52

von NÖN Redaktion

Waldbesitzern droht Borkenkäfer-Plage. Die hohen Temperaturen im Sommer und vom Sturm beschädigte Bäume begünstigen die Entwicklung des Schädlings.

Plagegeister: Waldbesitzer sollten ihre Bestände auf Borkenkäfer-Befall prüfen. Foto: Shutterstock/ Henrik Larsson  |  NOEN, Shutterstock/ Henrik Larsson
Die Borkenkäferpopulation gibt derzeit Anlass zur Sorge. „Es gibt einige Punkte, die heuer zusammenspielten. Einerseits hat es viele Sturmschäden gegeben, und wenn die betroffenen Bäume nicht aus den Wäldern entfernt werden, dann geben sie Brutstätten für den Borkenkäfer ab. Außerdem war die heiße Witterung ebenfalls günstig für die Entwicklung“, führt Bezirkshauptmann Klaus Trummer aus.

In einem Jahr gebe es normalerweise ein bis zwei Generationen Käfer, heuer seien es drei gewesen, so Trummer weiter.

Wichtig: Betroffenen Bäume aus Wäldern entfernen

Herbert Stummer, Obmann von pro holz und Geschäftsführer des Burgenländischen Waldverbandes, rechnet vor: „Wenn wir von 200 weiblichen Käfern ausgehen, die jeweils 40 Eier produzieren, dann sind dass in der ersten Generation 8.000 Käfer. Wenn die Hälfte davon weiblich ist, dann sind das in der zweiten Generation 160.000 Käfer. Und wenn man hier wieder davon ausgeht, das die Hälfte weibliche Käfer sind, dann sind das in der dritten Generation 3,2 Millionen Borkenkäfer.“

Man erkenne befallene Bäume etwa an der rot-braunen Farbe, an den Einbohrlöchern sowie am Bohrmehl, das sich am Boden sammelt.

Wichtig sei es nun, die betroffenen Bäume aus den Wäldern zu entfernen. „Ich appelliere an die Waldbesitzer, den Forst nach befallenen Bäumen zu kontrollieren. Die betroffenen Bäume sollten entfernt werden, um die Brutbedingungen zu erschweren“, so Trummer.

Etwa 10.000 Festmeter betroffenes Holz geschätzt

Hauptsächlich vom Borkenkäfer betroffen sei die Fichte. Daher empfehle man, bei einer Wiederaufforstung auf Laubhölzer zu setzen
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„Diese Bäume sind nicht erstens nicht so betroffen, und wenn es einen Befall gibt, egal ob vom Borkenkäfer oder einem anderen Schädling, dann ist dieser außerdem nur punktuell und nicht großflächig wie bei einer Monokultur“, erklärt der Bezirkshauptmann.

Er schätzt, dass es dieses Jahr etwa 10.000 Festmeter betroffenes Holz im Bezirk Oberpullendorf geben wird. „Das ist etwas mehr als sonst. Es ist allerdings keine Krisensituation“, meint Trummer weiter.

Entscheidend wird auch sein, wie das Wetter im Frühjahr ist, wenn der Käfer nach dem Winter wieder aktiv wird, erklärt Stummer. „Wenn es nass und kühl ist, dann ist das gut für den Wald, und schlecht für den Käfer. Wenn es dagegen wärmere Temperaturen hat, dann entwickelt sich auch der Käfer schneller“, so Stummer.

Auch im Landessüden gibt es "Käfer-Alarm":