Erstellt am 10. August 2011, 08:13

Wegen Missbrauch verurteilt. DREI JAHRE HAFT / Weil er seine Nichten sexuell missbraucht haben soll, wurde ein 51-Jähriger verurteilt. Nicht rechtskräftig.

BEZIRK/EISENSTADT / Ein 51-jähriger Arbeiter aus dem Bezirk wurde am Donnerstag in Eisenstadt zu drei Jahren Haft, davon ein Jahr unbedingt, verurteilt. Er soll seine zwei Nichten im Volksschulalter missbraucht haben. Laut Anklage soll sich der Mann über einen Zeitraum von etwa drei Jahren mehrfach durch Betasten an dem älteren Kind vergangen haben.

Die Staatsanwaltschaft führte aus, dass der Mann ein enges Verhältnis zur Familie gehabt habe und sich auch des öfteren in deren Haus aufgehalten habe. Als die Ältere in die letzte Volksschulklasse kam, soll er begonnen haben, sie zu missbrauchen. Der Angeklagte habe jede Gelegenheit genützt, um mit dem Mädchen allein zu sein. So soll er es zum Mailglöckchen pflücken mitgenommen haben oder mit ihr zu einem Hochstand gefahren sein. Als bei dem Mädchen die Regelblutung einsetzte, ließ er von ihr ab. Auch die jüngere, damals siebenjährige, Nichte soll er im Jahr 2006 im Intimbereich berührt haben. Der Angeklagte erklärte sich zu den Vorwürfen vollinhaltlich schuldig und hat den Mädchen bereits Schmerzensgeld gezahlt.

Im Juni wurde der Prozess von Richter Wolfgang Rauter vertagt, da er nochmals die ältere der beiden Nichten einvernehmen wollte, um den genauen Zeitraum der Missbrauchshandlungen festzustellen und in weiterer Folge so das Strafausmaß festlegen zu können. Diese Information war von Bedeutung, da es zu einer Gesetzesänderung gekommen war: vor dem 1. Oktober 1998 galten die dem Mann vorgeworfenen Handlungen als sexueller Missbrauch von Unmündigen, danach wurden dieselben Handlungen als schwerer sexueller Missbrauch gewertet. Das Strafmaß beträgt im ersten Fall sechs Monate bis fünf Jahre, im zweiten, bei diesem Urteil angewandten, Fall jedoch ein bis zehn Jahre. Von diesem möglichen Strafrahmen verurteilte ein Schöffensenat unter Vorsitz von Richter Wolfgang Rauter den Mann zu drei Jahren Haft, davon ein Jahr unbedingt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, der 51-jährige Arbeiter erbat sich Bedenkzeit.