Erstellt am 19. August 2015, 10:03

Lese beginnt früher. Durch die extremen Temperaturen wird der Beginn der Ernte etwas vorgezogen. Man rechnet mit guter Qualität.

Noch keine Probleme: Neckenmarkts Weinbauvereinsobmann Stefan Wellanschitz hat aber in seiner 35-jährigen Karriere als Winzer noch kein so extremes Wetter erlebt. Im Norden ist die Lese sogar schon gestartet.  |  NOEN, Roznyak

„Es ist sogar sehr realistisch, dass die Trauben dieses Jahr früher geerntet werden. Wir hatten das Glück, dass es in Lutzmannsburg vor zwei Wochen circa 40 Millimeter Niederschlag gab. Aufgrund dessen haben sich die Trauben sehr gut entwickelt“, so Lutzmannsburgs Weinbauvereinsobmann Bürgermeister Christian Rohrer. Er spricht sogar von einem Jahrhundert-Jahrgang. Er schätzt, dass die Lese Mitte September beginnen wird.

Deutschkreutz‘ Weinbauvereinsobmann Albert Gesellmann meint, dass die Voraussetzungen für Rotwein heuer gut sind. „Grundsätzlich ist es so, dass die Hitze die Reife antreibt. Allerdings steht bei diesen Temperaturen die Vegetation, das extrem heiße Wetter war nicht förderlich“, so Gesellmann.

Auch er hofft auf noch etwas Regen und führt aus, dass in Deutschkreutz normalweise Ende September mit der Lese begonnen wird. Heuer werden die ersten Weinbauern wohl schon in der ersten Septemberwoche mit den Weißweinen starten, so Gesellmann. Wichtig wäre jetzt ein Wechselspiel zwischen heißen Temperaturen am Tag und kalten in der Nacht, damit die Beeren das Aroma bilden können.

Die Weinernte in Neckenmarkt wird heuer früher als sonst beginnen, in der zweiten Septemberwoche wird es laut Weinbauvereinsobmann Stefan Wellanschitz losgehen.

"Keine Probleme wegen der Hitze"

„Zurzeit haben wir noch keine Probleme wegen der Hitze. Die Rebe ist nicht hitzeempfindlich. Wenn es sehr heiß ist, versorgt der Sparmodus die Pflanze mit dem Notwendigsten. Die Junganlagen, welche unter zehn Jahre alt sind, leiden sehr darunter, da das Wurzelwerk noch nicht so gut ist“, führt er aus. Die Qualität leide noch nicht, aber wenn es nicht bald mehr regnet, dann könnte es in Sachen Menge problematisch werden.

„Das Wetter heuer ist extrem, das habe ich in meiner 35-jährigen Karriere als Winzer noch nicht erlebt. Heuer ist ein sehr warmer südländischer Jahrgang zu erwarten. Jedoch kommt es noch auf den Endspurt an“, meint Wellanschitz.

Sein Kollege Franz Strass aus Horitschon meint: „Man wird etwa Mitte September Wein lesen, was schon fast normal ist.“ Durch die Hitzewelle der vergangenen Woche wird man in Horitschon selbst nicht früher mit der Weinlese beginnen. Durch die lehmigen Böden in Horitschon hätte man aber auch nicht so große Probleme mit der Hitze.

Außerdem sei man heuer auch eine etwas andere Strategie gefahren und habe die Böden offen gehalten, es gab also keine Grünpflanzen. „Wir erwarten uns etwas sehr Reifes mit vielen Zuckergraden“, so Franz Strass über den heurigen Jahrgang. Noch etwas Regen würde er sich aber schon wünschen.