Erstellt am 13. Mai 2015, 10:56

„Wir Opfer werden zu Tätern gemacht“. Nach Protesten aus Nachbargemeinden verteidigt Steinbergerin den Wunsch der Anrainer.

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Die Proteste gegen die von Steinberg angesuchte Tonnagebeschränkung auf der L332 aus den Nachbargemeinden haben nun jene Anrainer auf den Plan gerufen, von denen der Wunsch ausgegangen war. „Wir, die Opfer, werden als Täter dargestellt“, meint Anrainerin Silvia Koo, die ihre Argumente auch in einem Schreiben an den Bezirkshauptmann dargelegt hat.

Seit über 11 Jahren hat man laut Koo zu 80 Prozent den Lkw-Transit-Schwerverkehr durch Steinberg, weil es im Vergleich zur B61 durch Unterpullendorf der kürzere Weg ist. Zudem habe jeder zweite Pkw, der durch Steinberg fährt, ein ungarisches Kennzeichen.

„Ich finde es nicht fair zu sagen, die haben es bis jetzt ausgehalten, also sollen sie es die nächsten zwei Jahre auch noch aushalten, zumal noch etwas dazukommt. Seit Beginn der Bauarbeiten – und wir sind sehr froh, dass die B61 a endlich gebaut wird – haben wir zusätzlich auch noch den Baustellenverkehr“, so Koo.

"L332 niemals für Transit-Schwerverkehr ausgebaut"

„Die L332 ist und war niemals für den Transit-Schwerverkehr ausgebaut. Der Ortsteil Dörfl auf ein und derselben L332 hat schon seit vielen Jahren diese von uns geforderte Tonnenbeschränkung. Ich glaube, es ist sicher nicht überzogen, wenn wir auch gerne durch eine solche geschützt würden. Bis jetzt hat man uns auch nichts vom Verkehr abgenommen“, weist sie den Vorwurf eines Florianiprinzips zurück.

Auf die Argumente aus Unterpullendorf, dass man den Schwerverkehr damit vor die Volksschule verlagere oder Mannersdorf, dass die Brücke bei Unterloisdorf sanierungsbedürftig sei, kontert Koo, dass an der L332 das Marianum mit rund 200 Schülern liege und auch die Brücke an der Ortseinfahrt Steinberg schon lange ein Sanierungsfall sei.

Der Ruf nach einem sofortigen Lkw-Fahrverbot auf der L332 wird vom Oberloisdorfer FPÖ-Politiker Lorenz Böhm unterstützt. Für ihn sind die Schwertransporte größtenteils Mautflüchtlinge. Er kritisiert, dass man mit einem einfachen Verkehrszeichen die Lkw-Flut abhalten kann. „Aber statt einer einfachen Lösung, welche sich mit ein paar Schrauben herstellen ließe, baut man um Millionen die B61a und verlegt damit die Belastung nur um wenige Meter vor die Dörfer“, so Böhm.

Oberloisdorf will auch Straßensanierung

Oberloisdorfs Bürgermeister Manfred Jestl fordert indes nach der Sanierung der Ortsdurchfahrt in Steinberg-Dörfl, dass auch die Ortsdurchfahrt der L332 durch Oberloisdorf saniert wird, da der Straßenzustand seit Längerem sehr schlecht und eine Sanierung dringend nötig sei.