Erstellt am 26. Juni 2013, 00:00

Weniger Volksschulen ab kommenden Herbst. Sinkende Schülerzahlen /  Der Klostermarienberger Schule droht die Schließung, Nebersdorf und Kleinwarasdorf werden stillgelegt.

BEZIRK / Mehr als verwundert waren die Gemeindevertreter aus Mannersdorf, als plötzlich die Meldung auftauchte, dass die Volksschule Klostermarienberg kommendes Schuljahr geschlossen wird. „Ich habe noch keinen offiziellen Bescheid bekommen“, berichtete Bürgermeister Hans Schedl dem Gemeinderat. Schedl, Vizebürgermeister Rudolf Draskovits und Ortsvorsteher Walter Kuntner hatten zudem am Dienstag (nach Redaktionsschluss) einen Termin bei Landeshauptmann Hans Niessl, gleichzeitig Präsident des Landesschulrates, um über die Zukunft der Schule zu sprechen. Auch in der Landesregierung muss das Thema erst behandelt werden, der Sitzungsakt ist laut der zuständigen Abteilung nun abgeschlossen. Demnach sind 8 Schüler gemeldet und es gibt einen Regierungsbeschluss, wonach Volksschulen mit weniger als zehn Schülern aufgelassen werden.

Dass aktuell acht Schüler gemeldet sind, bestätigt auch Ortsvorsteher Walter Kuntner. Im März seien es noch elf gewesen, aber inzwischen sei eine Familie mit drei Kindern weggezogen. Laut Ortsvorsteher Kuntner gäbe es aufgrund der Geburtenzahlen aber bereits ab dem Schuljahr 2016/17 wieder 13 Kinder in der Volksschule, im Jahr darauf sogar 16. „Dass die Schule bedroht ist, haben wir gewusst. Hat man sich schon damit befasst, wie man ein solches Szenario lösen könnte?“, wollte Vizeortschef Rudolf Draskovits bei der Gemeinderatssitzung wissen. Laut Schedl wäre es eine wahrscheinliche Alternative, dass die Klostermarienberger Kinder dann in Mannersdorf zur Schule gehen. Man werde auch über einen Schulbus nachdenken müssen. Erste Überlegungen stellte man schon bei der Sitzung in den Raum wie zum Beispiel, dass man die Nachmittagsbetreuung dann für alle in der Volksschule Klostermarienberg durchführen könne, weil in Mannersdorf aufgrund der zusätzlichen Schüler die Räume dafür fehlen würden oder man die Schule für alle Kinder in Klostermarienberg mache und den Kindergarten in Mannerdorf. Klar ist für Schedl, dass man Klostermarienberg nicht alles wegnimmt und man das Thema in einer eigenen Gemeinderatssitzung bespricht.

Nur mehr eine Schule in der Gemeinde 

 

Alles geregelt für das kommende Schuljahr scheint hingegen schon in der Gemeinde Großwarasdorf zu sein. Dort werden ab Herbst alle Volksschüler die Schule in Großwarasdorf besuchen, jene in den Ortsteilen Kleinwarasdorf und Nebersdorf werden stillgelegt (da Minderheitenschulen nicht geschlossen werden dürfen). Im heurigen Schuljahr waren die Kleinwarasdorfer noch in Kleinwarasdorf unterrichtet worden, die Großwarasdorfer mit den Nebersdorfern zusammen in Nebersdorf, da die Großwarasdorfer Schule derzeit saniert wird. Nach Fertigstellung der Sanierung, in die 500.000 Euro investiert wurden, übersiedeln alle Schüler nach Großwarasdorf. Bürgermeister Rudolf Berlakovich, der selbst Pädagoge gewesen ist, sieht mehrere Vorteile: „Die Schule wird dadurch zweiklassig. Das ist pädagogisch günstiger, als wenn alle Schulstufen zusammen unterrichtet werden“, meint er. „Die Volksschüler können so außerdem die Infrastruktur der Neuen Mittelschule mitbenutzen. Weder in Nebersdorf noch in Kleinwarasdorf hat es zum Beispiel einen Turnsaal gegeben.“ Die Vorgehensweise sei mit den Eltern besprochen worden. Auch die weitere Nutzung der Gebäude scheint schon geklärt. In Kleinwarasdorf wird – wie schon zuletzt – der Kindergarten für alle vier Ortsteile sein. In der Volksschule Nebersdorf gibt es laut Berlakovich im vorderen Trakt schon Wohnungen. Die übrigen Räumlichkeiten sollen von der Bevölkerung genutzt werden können. Einige Mütter hätten schon Interesse gezeigt, dort Kurse abzuhalten.