Erstellt am 10. Dezember 2015, 11:21

von NÖN Redaktion

Wetterdaten im Blick. In Neudorf wurde bei der alten Volksschule eine Wetterstation der ZAMG in Betrieb genommen.

Aufbau und Installtion: Die neue Wetterstation der ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik) in Neudorf liefert bereits Testdaten, die genau beobachtet werden.  |  NOEN, Kurt Laschalt / ZAMG

Vor Kurzem wurde bei der ehemaligen Volksschule in Neudorf eine Wetterstation der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) aufgestellt.

Durch die automatische Wetterstation in Neudorf wurde eine Lücke im Stationsnetz des österreichischen Wetterdienstes geschlossen. „Die Station sendet bereits erste Daten und befindet sich im Testbetrieb“, führt Thomas Krennert, Vorhersagemeteorologe an der ZAMG Wien, aus.

Einzigartige Klimazone fehlte bisher

Bis vor Kurzem fehlte eine Wetterstation, die auch die einzigartige Klimazone des nach Osten hin abfallenden Oberpullendorfer Beckens abbildet. Dadurch entgingen den Vorhersagemeteorologen auf der Hohen Warte Wien viele Wetterdetails, denn die umgebenden Wetterstationen Mattersburg, Krumbach, Lutzmannsburg und Rechnitz befinden sich in jeweils anderen Klimazonen Niederösterreichs und des Burgenlandes und geben den aktuellen Witterungszustand des sensiblen Übergangsbereiches zwischen Alpenvorlandklima in der Buckligen Welt und Pannonischem Klima nicht exakt wider.

„Mit der kompetenten Unterstützung von Bürgermeister Rudolf Steiner und Ortsvorsteher Wolfgang Pfeffer konnte rasch ein passendes Grundstück im Besitz der Gemeinde in der Nähe der alten Volksschule Neudorf gefunden werden“, erzählt Krennert. Der Standort wurde gewählt, da die nötigen Bedingungen für eine automatische Wetterstation der ZAMG gegeben sind, beispielsweise das Fehlen von Störeinflüssen wie etwa Bäume bei der Windmessung oder nahe Asphaltflächen bei der Temperaturmessung.

Außerdem gab es eine verfügbare Stromanbindung. Thomas Krennert führt weiter aus: „Die neue Station in Neudorf bei Landsee bringt nicht nur wertvolle Daten für die Gewitterprognose im Oberpullendorfer Becken, sondern auch bei der Winterdienstbetreuung, bei Hochnebellagen und Kaltlufteinschlüssen in der Landseer Bucht, für unser Wettermodell INCA sowie bei der Klimabeobachtung.“

Testdaten werden beobachtet

Derzeit liefert die Station Testdaten, die auch schon im operationellen Vorhersagebetrieb an der ZAMG verfügbar sind und dort genau beobachtet werden.

Nach abgeschlossenen Prüfungen werden die stündlichen Wetterdaten der Station auch auf der Homepage der ZAMG zu finden sein.

Markt St. Martins Bürgermeister Rudolf Steiner ist glücklich über die Wetterstation: „Wenn man die Wetterstation besucht, dann hat man auch einen tollen Ausblick auf das ganze Oberpullendorfer Becken.“