Erstellt am 23. Dezember 2015, 09:05

von NÖN Redaktion

Widerstand gegen neue Asylquartiere. In Weppersdorf wurde Wunsch auf Umwidmung wieder nicht erfüllt, in Mannersdorf schreibt Anti-Asyl-GmbH anonyme Briefe.

Regen auf: Die geplanten Quartiere in Weppersdorf und im alten Zollhaus in Mannersdorf (im Bild).  |  NOEN

Das Thema Asylquartiere sorgt weiterhin für Aufregung in Weppersdorf bzw. Mannersdorf. So haben Mannersdorfs Bürgermeister Johann Schedl und Vize Johann Plemenschits anonyme Briefe, unterzeichnet von der Anti-Asyl-GmbH, erhalten. Für Ortschef Schedl war es der bereits zweite anonyme Brief dieser Gruppe. „Wir werden aufgefordert, ihre Anliegen ernst zu nehmen, Konsequenzen stehen keine drinnen“, fasst Schedl zusammen. Trotzdem überlegt er eine Anzeige zu machen, sollte ihn noch ein Brief dieser Art erreichen.

Wie die BVZ berichtete, hat die Immobilienfirma, in deren Eigentum sich das Zollhaus befindet, dieses dem Land als Flüchtlingsquartier angeboten. Erst vor wenigen Wochen hatte Schedl klar gestellt, dass es derzeit nichts als eine Anfrage gebe. Und dies ist nach wie vor Status quo, da es seitens der Gemeinde noch keine Benützungsbewilligung für das Gebäude gibt, das in den vergangenen Monaten renoviert wurde.

Wenn diese vorliegt und somit die Fakten am Tisch liegen, möchte Schedl eine Bürgerversammlung mit dem Flüchtlingskoordinator des Landes machen. Indes hat auch eine Familie die Gemeinde informiert, dass sie dem Land in einem Privatquartier drei Plätze angeboten hat.

„Ich möchte eine  friedliche Lösung“

In Weppersdorf stand bei der Gemeinderatssitzung zum zweiten Mal der Punkt „Umwidmung von Bauland Betriebsgebiet in Bauland Mischgebiet“ auf der Tagesordnung. Besitzerin Pia Plöchl hatte um Umwidmung angesucht, um in dem Gebäude Asylwerber unterzubringen. Im September war dies in einer geheimen Abstimmung im Gemeinderat mit 10 zu 9 Stimmen abgelehnt worden.

Dem war auch eine Unterschriftenaktion vorausgegangen, bei der 104 Bürger gegen das Projekt unterschrieben haben.„Der Gemeinderat hat nun auf den Beschluss vom September verwiesen“, so Ortschef Erich Zweiler zum neuerlichen Antrag. Plöchl meint: „Ich habe nochmals angesucht, weil bei der vergangnen Sitzung eigentlich mehr über das Thema Flucht als über die Umwidmung selbst gesprochen wurde.“ Plöchl führte dies auch in einem Brief an die Gemeinderäte aus.

„Mir geht es um die Menschen. Es gab einen Aufruf der Bundesregierung, sich zu melden, wenn jemand ein leer stehendes Gebäude hat. Und ich habe ein leer stehendes Gebäude.“ Plöchl möchte nun Erkundigungen einholen und dann werde man sehen, wie man weitermache. „Ich habe nicht gedacht, dass es so schwierig wird. Ich möchte eine friedliche Lösung.“