Erstellt am 10. August 2011, 08:13

Winzer erwarten eine qualitätsreiche Ernte. JAHRGANG 2011 / Die Weinbauern im Blaufränkischland sind schon jetzt optimistisch für die Weinernte im September.

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VON AZRA HODIC UND

DORIS SEEBACHER

BEZIRK OBERPULLENDORF / Eine qualitativ-hochwertige Weinernte steht dieses Jahr ins Haus und ein exzellenter Standard wird für den Jahrgang 2011 garantiert. Das ist die einheitliche Meinung der Weinbauvereinsobmänner im Bezirk. So meint etwa Weinbauvereinsobmann Hans Weber aus Lutzmannsburg: Der Zustand der Trauben ist sehr gut. Ebenso hat die Farbbildung der Traubenfrüchte bereits begonnen. Wenn der Sommer so weitergeht, wird es eine traumhafte Ernte. Wir erhoffen uns einen schönen Herbst und eine quantitativ ansprechende Ernte.

Auch Weinbauvereinsobmann Stefan Wellanschitz aus Neckenmarkt freut sich auf die heurige Ernte und bestätigt: Trotz des Niederschlags und Hagels konnte die Vegetation nicht negativ beeinflusst werden. Die Trauben haben sich schön entwickelt und sind kerngesund. Der Regen kann uns nichts mehr anhaben, denn es schaut hervorragend aus.

Winzer hoffen noch auf  viel Sonnenschein

Damit die Traubenfrüchte noch reichlich viel Nutzen aus den Sonnenstrahlen ziehen können, hoffen die Weinbauern noch auf etwas Sonne. Wir wünschen uns ein schönes, ruhiges Augustwetter und Sonnenschein, damit es bis zur Lese trocken bleibt, so Horitschons Weinbauvereinsobmann Alfred Moritz. Diesen Wünschen schließt sich auch Weinbauvereinsobmann Albert Gesellmann aus Deutschkreutz an. Der August ist unser essenzieller Indikator. Im Vorjahr mussten wir durch den Spätfrost mit erheblichen Schäden in der Menge rechnen, erklärt er. Er zeigt sich aber mit der momentanen Entwicklung der Rebsorten sehr zufrieden. Durch das günstige Klima sind auch die Rebenblüten frühzeitig ausgetrieben, erklärt Gesellmann weiter.

Früher als gewöhnlich ist man in manchen Teilen des Burgenlandes heuer auch mit der Weinernte dran   nicht zuletzt deshalb, weil es durch die mengenmäßig bescheidene Ernte im Vorjahr zu einem Weinengpass gekommen sei, wie Agrarlandesrat Andreas Liegenfeld bestätigt. Die Trauben müssen bei einer frühzeitigen Ernte schon halbwegs gereift sein, so Liegenfeld. Das sei aber überhaupt kein Problem, weil es heuer bereits mit Ende Mai eine sehr frühe Blüte gegeben hätte. Und das feuchte Wetter momentan beschleunigt die Reife, erklärt der Landesrat, der selbst als erfahrener Weinbauer gilt.

Im Blaufränkischland wird aber wie gewöhnlich Mitte September mit der Weinernte begonnen werden. Trotz leerer Keller müsse man weiterhin auf den Verlauf und die Weinlese der Rotweinreben warten, erklärte Stefan Wellanschitz. In die gleiche Kerbe schlägt auch Hans Weber: Damit wir bei unserem Rotwein die Qualität erhöhen und das optimale Reifepotenzial steigern, lagern wir unseren Wein. Eine frühzeitigere Ernte als geplant kommt bei uns keinesfalls in Frage, wir warten auf den perfekten Reifeabschluss. Außerdem versicherte Weber, dass in Lutzmannsburg in den Weinkellern noch etliche Ressourcen vorrätig wären.

Keine massiven Erhöhungen  bei Weinpreisen zu erwarten

Dass es aufgrund der landesweiten Weinengpässe zu massiven Preissteigerungen von Wein kommen könnte, davor müssten sich die Kunden laut Agrarlandesrat Liegenfeld trotzdem nicht fürchten. Bereits im Vorjahr hat es leichte Verteuerungen gegeben, weil die Ernte niedrig war, sagt Liegenfeld. Eine weitere Verteuerung verträgt der Markt nicht, sonst besteht die Gefahr, dass der Konsument auf günstigeren ausländischen Wein ausweicht.

Positiv wirken sich die leeren Weinkeller aus der Sicht von Liegenfeld auf die Traubenpreise aus, die sich laut ersten Prognosen zwischen 65 Cent und 1,20 Euro pro Kilo je nach Sorte und Qualität bewegen.

Gute Qualität auch Glas: Die Winzer erwarten sich auch 2011 wieder einen exzellenten Jahrgang.