Erstellt am 11. Januar 2012, 00:00

Winzer fordern Gerechtigkeit. VERSAMMLUNG / Verband droht mit Ausstieg aus dem regionalen Weinkomitee Burgenland. Sie fordern die eigene Abrechnung der DAC-Kapseln und mehr Transparenz.

hrung für die Sieger aus dem Jahr 2011: Die beiden Vizepräsidenten Herbert Prickler und Stefan Lang, Christian Zechmeister, Otto Prieler und Walter Kirnbauer gratulierten Stefan Wellanschitz, Albert Gesellmann, Georg Wieder, Josef Reumann, Markus Kirnbauer sowie Sissi Hundstorfer und Silvia Heinrich (nicht am Bild).  |  NOEN, ROZNYAK
LUTZMANNSBURG / Die Forderungen des Verbandes Blaufränkisch Mittelburgenland an das regionale Weinkomitee Burgenland sind klar gestellt: Sie wollen Eigenständigkeit, Transparenz und Gerechtigkeit, sowie die Abrechnung der DAC-Kapseln weiterhin selbst verwalten. Wenn diese Forderungen beachtet werden, wird der beschlossene Antrag, ein eigenes regionales Weinkomitee zu gründen, ruhend gestellt. „Wenn diese drei Punkte eingehalten werden, kann in Zukunft weiter zusammengearbeitet werden“, so Vizepräsident Stefan Lang.

Aufruhr um die Abrechnung  der DAC-Kapseln

Sollten diese Forderungen nicht erfüllt werden, wurde am vergangenen Sonntag bei der Generalversammlung beschlossen, dass ein eigenes regionales Komitee gegründet wird. Zur Vorgeschichte: Ende 2010 ist der Vertrag mit dem landesweiten regionalen Komitee ausgelaufen, nun spekuliert der Verband Blaufränkisch Mittelburgenland über ein eigenes regionales Komitee, da die Vertragsverhandlungen mit dem regionalen Weinkomitee und Wein Burgenland nicht so laufen, wie es laufen sollte. Früher durften die Verbände die Abrechnung der DAC-Kapseln selbst abrechnen - laut Kirnbauer ist es rechtlich nicht mehr gegeben, diese Abrechnung selbst zu verwalten.

Deswegen wurde von den beiden Vizepräsidenten Herbert Prickler und Stefan Lang folgender Antrag eingebracht: „Die Vollversammlung ermächtigt den Vorstand, falls es Vertragsverletzungen gibt, dass ein eigenes regionales Komitee zustande kommt“. Diesem Antrag wurde mehrheitlich zugestimmt, es gab drei Gegenstimmen.

„Wir haben schon einen Vertrag aufgesetzt, nun müssten Wein Burgenland und das regionale Weinkomitee unseren Forderungen zustimmen“, schildert Kirnbauer.

Der zuständige Landesrat Andreas Liegenfeld dazu: „Das regionale Weinkomitee ist eine landesweite Vermarktung. Wenn ein eigenes Komitee entsteht, besteht der Nachteil, dass die Schlagkraft nicht wie zuvor gegeben ist. Es wäre vernünftig, die Schlagkraft weiterhin zu erhalten und das Burgenland nicht aufzuteilen.“ Stefan Wellanschitz, Weinbauvereinsobmann aus Neckenmarkt findet, dass der Beschluss in Ordnung sei. „Es wäre nicht schlecht, wenn das landesweite Weinkomitee bleiben würde, jedoch unter unseren Voraussetzungen“, so Wellanschitz. Albert Gesellmann, Weinbauvereinsobmann aus Deutschkreutz stimmte jedoch dem Beschluss nicht zu: „Ich finde es nicht richtig, ein eigenes Weinkomitee zu gründen. Das Burgenland ist eine geografische Einheit - das zu zerteilen ist nicht richtig.“

„Ich war gestern leider nicht bei der Generalversammlung anwesend, grundsätzlich wäre es gut, wenn es so bleibt, wie es ist und wir weiter an einem Strang ziehen würden“, erklärte Alfred Moritz, Weinbauvereinsobmann aus Horitschon. Auch Hans Weber, Weinbauvereinsobmann aus Lutzmannsburg schilderte seine Sicht zum Thema: „Wir suchen die Zusammenarbeit mit dem landesweiten Komitee, aber wenn unseren Forderungen nicht nachgegangen wird, werden wir unser eigenes Komitee gründen, denn ein Diktat will keiner.“

Erfreuliches wurde am Sonntag aber auch berichtet: „2011 war eine Sensationsernte - dieser Wein wird noch in die Geschichte eingehen“, schilderte Walter Kirnbauer, Präsident des Verbandes Blaufränkisch Mittelburgenland den Mitgliedern.