Erstellt am 20. Januar 2016, 10:39

von NÖN Redaktion

Wirbel um Grundstücks-Tausch. SPÖ will Zufahrt zu Siedlungsgebiet in Hochstraß langfristig sichern. ÖVP sieht keinen Anlass für das Projekt und ist der Meinung, dass Bevölkerung dieses nicht möchte.

Christian Vlasich  |  NOEN, zVg

Bei der Gemeinderatssitzung am Mittwoch gingen beim Tagesordnungspunkt „Hochstraß-Hausäcker-Hauptstraße – Tausch“ die Wogen hoch. Konkret ging es dabei um den Tausch eines derzeit bebauten Grundstücks an der Hauptstraße mit einem im Siedlungsgebiet Hausäcker liegenden Bauplatz der Gemeinde.

Überlegung dahinter ist es, eine Möglichkeit für eine zentrale Anbindung des Gebiets Hausäcker – von den 27 erschlossenen Grundstücken sind aktuell fünf bebaut – an den Ortskern zu schaffen. „Das Gebiet entwickelt sich gut. Wenn alle Grundstücke bebaut sind, hat man dort ein relativ hohes Verkehrsaufkommen“, meinte Bürgermeister Christian Vlasich (SPÖ), dem es wichtig ist, für die nächsten zwanzig Jahre vorauszuplanen.

Hafner: "Entscheidung gegen Ortsausschuss"

„Wir haben die Möglichkeit, vorausschauende Politik zu machen.“ Auf Anfrage der ÖVP betreffend Kosten für dieses Projekt, die ÖVP-Gemeinderat Klaus Schranz für Tausch, Abbruch und Straßenbau auf rund 100.000 bis 140.000 Euro schätzte, meinte Vlasich, dass das Projekt erst umgesetzt werde, wenn man es sich leisten kann. „Wir reden über die Kosten, wenn es so weit ist. Es ist nicht notwendig, dass man jetzt schon eine Straße baut, sondern erst dann, wenn die Hausplätze verbaut sind“, so Vlasich.

Seitens der ÖVP sieht man für dieses Projekt aber generell keine Veranlassung. „Weder die Bewohner der fünf Häuser in diesem Siedlungsgebiet haben gesagt, dass sie eine Anbindung wollen noch sind potenzielle Käufer da, denen das ein Anliegen ist“, argumentiert ÖVP-Vizebürgermeisterin Gabriele Hafner.

Sie verweist außerdem darauf, dass es auch andere private Kaufinteressenten für die Liegenschaft geben würde und der Ortsausschuss über dieses Thema abgestimmt und sich mit 4:1 Stimmen dagegen ausgesprochen habe, wobei im Ortsausschuss Hochstraß drei Mitglieder der ÖVP und zwei der SPÖ stimmberechtigt sind. „Ich glaube das gibt es nicht oft, dass ein Gemeinderat Entscheidungen gegen den Ortsausschuss trifft“, ärgert sich Hafner.

"Versuchen vorausschauende Ortsentwicklung zu machen"

Seitens der ÖVP kam der Vorschlag, die Ortsbevölkerung zum Thema zu befragen, wozu Vlasich meinte: „Wenn wir eine Bürgerbefragung machen, machen wir das Thema nur politisch. Wir versuchen, eine vorausschauende Ortsentwicklung zu machen.“

Der Grundtausch wurde mit den Stimmen von SPÖ und FPÖ-Gemeinderat Harald Müller mehrheitlich beschlossen, wobei der Bauzwang für den Hausplatz, den die Gemeinde einbringt, aufgehoben wird und sich die Gemeinde verpflichtet, dort für die selben Anschlüsse (Kanal, Wasser, Strom) zu sorgen, die sich auf dem Grundstück in der Hauptstraße befinden, das die Gemeinde erhält.