Erstellt am 23. März 2011, 00:00

Wirbel um Postleitzahl. UMSTELLUNG / Piringsdorf bekommt mit 1. April eine neue Postleitzahl. Nicht alle Piringsdorfer sind davon begeistert.

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PIRINGSDORF / 7373 - diese vier Ziffern sorgen in Piringsdorf für Aufregung. Es handelt sich um die neue Postleitzahl ab 1. April.

Bis dato hat Piringsdorf die Postleitzahl 7371, also die gleiche wie Unterrabnitz, Schwendgraben und Oberrabnitz. Im Vorjahr hatte Piringsdorf eine Postpartnerstelle bekommen, die als interne Verrechnungsnummer die 7373 zugewiesen bekam. Im November wurde dann das Postamt Unterrabnitz geschlossen und die Gemeinde von der Post in Kenntnis gesetzt, dass Piringsdorf aufgrund dieses Umstandes eine eigene Postleitzahl zugewiesen bekommen kann. Bei der Gemeinderatssitzung im November wurde - mit ÖVP-Gegenstimmen - mehrheitlich beschlossen, dass diese Postleitzahl beantragt wird.

„Wir haben die historische Chance auf eine eigene Postleitzahl“, meint SPÖ-Bürgermeister Stefan Hauser. Man ärgere sich darüber, wenn man im Computer oder im Internet die 7371 eingebe und automatisch Unterrabnitz kommt. Außerdem seien in der Vergangenheit immer wieder Postsendungen im falschen Ort gelandet, weil immer überall Unterrabnitz draufgestanden sei. „Eine eigene Postleitzahl stärkt den Wirtschaftsstandort, die Identität und die Selbstständigkeit“, so Hauser.

Vor allem einige Gewerbetreibende sehen daraus aber keinen Nutzen, sondern nur Aufwand wie der Obmannstellvertreter des Tourismusverbandes, Edi Hauser. „Es geht um die Umstellungskosten. Das fängt an bei Stempeln und Visitenkarten und geht bis zu Tragtaschen, Fahrzeugbeschriftungen, etc. Eine Postleitzahl ist nicht nur eine Schmähzahl. Man ist verpflichtet, umzustellen“, meint er. „Es geht nicht nur um die Kosten, sondern auch um den bürokratischen Aufwand und die Zeit.“ Schon bei einer Tourismussitzung im Jänner hätten alle Anwesenden gemeint, dass dies nur Aufwand bedeutet. „Es gäbe wichtigere Dinge“, so Hauser.

ÖVP stellte Antrag auf  Kostenübernahme

Dies sieht auch die ÖVP so, die für niemanden einen Vorteil aus einer neuen Postleitzahl sieht. „Das ist nicht notwendig und nur ein Aufwand für jeden einzelnen, weil jeder für seine Daten verantwortlich ist, und vor allem auch für die Gewerbebetriebe“, meint ÖVP-Vizebürgermeister Michael Böhm. Die ÖVP hat bei der Gemeinderatssitzung am Donnerstag die Aufnahme eines Tagesordnungspunktes beantragt, dass sämtliche Kosten, die Bewohnern und Betrieben durch die vom Gemeinderat beschlossene Postleitzahländerung anfallen, von der Gemeinde übernommen werden. Die Aufnahme eines Punktes bei der Sitzung muss einstimmig erfolgen, was aber nicht passiert ist. Bürgermeister Stefan Hauser (SPÖ) ist vom Aufruhr überrascht: „Dass es manchen Leuten so schwer fällt, hätte ich nicht gedacht. Den Stempel zu ändern, ist glaube ich zumutbar, man muss immer wieder Papiere ändern. Vom Großteil der Leute wird die neue Postleitzahl begrüßt.“

Laut Schreiben der Post ist die Gemeinde verpflichtet, Bewohner, Firmen und sonstige betroffene Stellen zu informieren und diese wiederum ihre Korrespondenzpartner informieren. Die ÖVP kritisiert, dass im Vorfeld von der Gemeinde nicht ausreichend informiert und die Bevölkerung nicht eingebunden wurde. Ortschef Hauser kontert, dass er sehr wohl bei der Bürgerversammlung über die neue Postleitzahl informiert habe.

Einige Gewerbetreibende wollen diese noch verhindern. Sollte es zur Umstellung kommen, überlegt man laut Edi Hauser seitens des Tourismusverbandes sogar eine Sammelklage gegen die Gemeinde. „Es tut mir leid, dass wir einen Wirbel haben wegen dieser Sache “, so Hauser.

Neue Postleitzahl: Wenn diese mit 1. April wirksam wird, wird die alte Postleitzahl 7371 noch bis September Gültigkeit haben. Laut Post darf diese Doppelgleisigkeit längstens 6 Monate dauern, danach werden Sendungen und Geldbeträge an den Absender retourniert.