Erstellt am 04. Juli 2012, 07:32

Wirbel um Schul-Verkauf. UNTERSCHRIFTENLISTE /  Im Gemeinderat steht der Verkauf der ehemaligen Schule Kogl auf der Tagesordnung.

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KOGL / Über 80 der rund 110 Wahlberechtigten in Kogl haben gegen den geplanten Verkauf der Schule unterschrieben. Die SPÖ-Mitglieder im Ortsausschuss haben diese Unterschriftenliste gestartet, um die Leute nach ihrer Meinung zu fragen, zumal der Verkauf auf der Tagesordnung des Gemeinderats steht. „Es geht darum, dass wir Demokratie nicht so verstehen, wie hier vorgegangen wird“, erklärt SPÖ-Gemeinderat Anton Grosinger, der auf einen Beschluss des Ortsausschuss gegen den Verkauf vor zwei Jahren hinweist. „Ich bin optimistisch, wenn man die Leute einbindet, wird man eine zufriedenstellende Lösung finden.“ Laut Grosinger wurde die Schule vor dem 400 Jahr-Jubiläum Kogls 1997 mit sehr vielen Eigenleistungen der Bevölkerung und finanzieller Unterstützung des damaligen Kulturvereins saniert.

Es gäbe keine andere Möglichkeit im Ort öffentliche Veranstaltungen abzuhalten. In die gleiche Kerbe schlägt auch Gerhard Krug, Kommandant der Ortsfeuerwehr, deren Haus an das Schul-Areal angrenzt. Da das ehemalige Wirtshaus künftig nicht mehr zur Verfügung stehe, habe man für die nächsten Veranstaltungen die Schule ins Auge gefasst. „Wir sind dagegen, weil wir einen Veranstaltungs- und einen Lagerplatz verlieren“, erklärt Krug. Er hat eine diesbezügliche schriftliche Stellungnahme bei der Gemeinde abgegeben.

Laut Bürgermeister Ewald Bürger wurden in jüngerer Vergangenheit bis auf den Wissenstest der Feuerwehr keine anderen Veranstaltungen in der Schule abgehalten, als jeden zweiten Samstag Sparvereinsauszahlung und einmal pro Jahr Wasserausschusssitzung. Die könne man auch woanders abhalten. Die Unterschriftenliste ist für Bürger ein legitimes Mittel. Die Entscheidung obliege aber dem Gemeinderat. Dort sei bereits Anfang 2010 der Verkauf oder die Vermietung der Schule Thema gewesen. Nun wurde ein Käufer gefunden. „Er bietet meiner Meinung nach viel Geld“, betont Bürger, der von einem Kaufpreis von 98.000 Euro spricht. Der Käufer übernimmt das Gebäude im derzeitigen Zustand, allerdings mit der Auflage, dass ein gewisser Platz für die benachbarte Feuerwehr erhalten bleibt. Ein Vermessungsbüro wurde beauftragt, eine eigene Einfahrt zur Schule zu schaffen, wobei genug Platz (8 bis 10 Meter) für einen Zubau beim Feuerwehrhaus bestehen bleibt sowie rund 13 Meter hinter dem Haus für ein Zelt, das die Feuerwehr für Veranstaltungen angekauft hat.

Der Käufer würde laut Bürgermeister die ehemalige Lehrerwohnung in ein Einfamilienhaus umbauen und die Schule selbst für künstlerische Aktivitäten wie Ausstellungen und Kurse nutzen, da seine Mutter Glasbläserei betreibt. Das Geld aus dem Kauf würde größtenteils dem Ortsteil zugute kommen, so Bürger. „Es wäre eine Möglichkeit für die Feuerwehr eventuell doch einem Zubau zuzustimmen, der aus finanziellen Gründen abgelehnt wurde“, meint Bürger. „Ich glaube, es wäre eine gute Lösung für Kogl und die Gemeinde.“

Eigentlich hätte über den Verkauf der Volksschule schon am vergangenen Mittwoch im Gemeinderat beraten werden sollen, doch die Sitzung kam mangels Beschlussfähigkeit nicht zustande - neuer Termin ist der 11. Juli.

Sorgt für Diskussionsstoff: Die ehemalige Volksschule Kogl soll nun verkauft werden. Bereits im Jahr 1979 wurde der Schulbetrieb eingestellt.