Erstellt am 24. Juni 2015, 08:54

von NÖN Redaktion

Wirbel um Tourismus. Regionalverband will Konzept für neue Struktur erstellen, Rohrer möchte dessen Auflösung.

Blick in die Zukunft: Paul Mayerhofer, die Obleute Eva Stifter und Michael Höferer sowie Rudolf Mertl.  |  NOEN, zVg

Für viel Diskussionsstoff sorgte am Donnerstag die künftige Organisation des Tourismus im Mittelburgenland bei der Generalversammlung des Regionaltourismusverbandes Blaufränkisch Mittelburgenland. Von 103 Delegierten waren 29 anwesend.

Tourismusverbände sollen gegründet werden

Grundsätzlich ging es um die Neustrukturierung auf Basis des neuen Tourismusgesetzes. Dieses zielt auf eine Reduzierung der Strukturen ab. Die 124 örtlichen Tourismusverbände und die sechs Regionalverbände sollen wegfallen, stattdessen Tourismusverbände mit mehreren Gemeinden gegründet werden, wie der stellvertretende Burgenland Tourismus-Direktor Paul Mayerhofer informierte. „Die Unternehmer können entscheiden, was mit ihrem Geld passieren soll“, so Mayerhofer.

Die Kriterien für die Gründung eines neuen Verbandes sind in § 14 geregelt: 1) Ab 100.000 Nächtigungen kann eine einzelne Gemeinde einen Verband gründen. 2) Ab 50.000 Nächtigungen können eine oder mehrere Gemeinden einen Verband gründen, wenn es eine natur- oder kulturtouristische Einheit gibt. 3) Jeweils 20.000 Nächtigungen in Gemeinden der Ortsklasse I und II oder 4) Sämtliche Gemeinden des Bezirks.

Jürgen Rohrer, Obmann des Tourismusverbandes Lutzmannsburg, wollte über eine Auflösung des Regionalverbandes abstimmen lassen, konnte diesen Punkt aufgrund des bestehenden Gesetzes aber nicht auf die Tagesordnung aufnehmen lassen. „Wie schlecht das alte Gesetz ist, erkennt man daran, dass wenn ich zwei Tage vorher einen Tagesordnungspunkt einbringen will, keine Chance habe“, meinte Rohrer.

Gesetz soll abgeändert werden

Deutschkreutz’ Bürgermeister und Landtagsabgeordneter Manfred Kölly möchte indes im Landtag einen Antrag einbringen, das Gesetz hinsichtlich der Kriterien abzuändern. Auch eine Resolution in dieser Richtung ist angedacht. „Ein Konzept können wir uns abschminken, wenn wir nicht wegbringen, dass alle Gemeinden dabei sein müssen“, ist Kölly überzeugt. Und sein Bürgermeisterkollege Christian Vlasich aus Lockenhaus meinte: „Wir brauchen erst ein Konzept, wenn wir geklärt haben, ob wir einen Verband gründen können.“

Ein solches Konzept ist es aber, das der Regionalverband mit der Tourismus Consulting Kohl und Partner erarbeiten möchte. Der Regionalverband ist man bestrebt, einen neuen Verband mit Lutzmannsburg auf die Beine zu stellen. Dieser Verband soll auf die Struktur Lutzmannsburg aufgesetzt werden, aber unter Einbindung aller touristischer Vertreter der Region, um sicherzustellen, dass es das Mittelburgenland weiter gibt. „Wir wollen, das Gemeinsame in den Vordergrund stellen. Was wir nicht wollen ist, dass das Mittelburgenland von der touristischen Landkarte verschwindet“, meinte Obmann Michael Höferer. Es gelte nun zu erarbeiten, nach welchen Spielregeln dies durchgeführt werden kann. Als Regionalverband stehe man dafür als Plattform zur Verfügung.

Das Konzept soll bis Oktober fertig sein. Im vierten Quartal ist eine außerordentliche Generalversammlung geplant, wo dieses zur Beschlussfassung vorgelegt werden soll. Derzeit sind dem Verband sechzehn Mitgliedgemeinden zugeordnet, zwei zahlen freiwillig Marketingbeiträge.