Erstellt am 28. April 2011, 08:13

Wunsch-Trasse verläuft am Hotter. FORDERUNG DER ANRAINER / Bewohner des Sonnriegels und das Personenkomitee S31 wollen sich für eine Trassenführung an der Hottergrenze stark machen.

VON MICHAELA TANZLER

STEINBERG-DÖRFL / Es gibt eine Trasse, mit der alle einverstanden sind: die Hottertrasse. Das ist die zentrale Botschaft vom Personenkomitee S31 und der Initiative betroffener Anrainer am Sonnriegel. Sie appellieren an die Politik, „eine vernünftige und für alle zufriedenstellende Lösung“ für die Weiterführung der S31 als B61a herbeizuführen.

Wie die BVZ berichtete, war nach der Vorstellung der geplanten Trasse im Jänner Kritik aus Steinberg und vor allem dem Siedlungsgebiet Sonnriegel laut geworden. Die Trasse war dort in den ursprünglichen Planungen für die S31 durch den Wald geführt worden, die B61a-Trasse würde sich an den Wald anschmiegen und damit näher an den Sonnriegel rücken.

Ziel der Initiative, die sich nicht als Verhinderungsprojekt verstanden wissen will, ist es, für die vor 15 Jahren erzielte Lösung an der Hottergrenze zu werben. Mit zehn Fragen an die Politik (siehe Infobox) will man „auf sachliche Weise, fundiert recherchiert und für jedermann nachvollziehbar, öffentlich machen, dass durch die kurzfristige unausgegorene Verlegung der Trasse an das Siedlungsgebiet Steinberg-Sonnriegel das Land im Begriff ist, eine Reihe von schweren Fehlern zu begehen.“ So zeigt die Initiative auf, dass die neue Trasse nah an Baugebiete für Erholungs- und Fremdenverkehrseinrichtungen herangeführt wird, das Jagdgebiet durchschnitten wird und es damit zu einem Jagdpachtentgang kommt, 100-jähriger Eichenwald abgeholzt werden müsste, obwohl schon vor Jahren in Erwartung des S31-Baus entlang der Hottergrenze abgeholzt wurde und ohnehin alle mit dieser Hottertrasse einverstanden wären. Noch dazu ist die Hottervariante aus Sicht der Initiative billiger, da bereits Vorarbeiten geleistet wurden, die Waldablöse billiger komme als die der Felder, die Hottertrasse in weiten Teilen schon geschlägert ist und es keine weiteren Kosten durch Einsprüche gebe. „Auch wenn die Hottertrasse um 200 Meter länger ist, so überwiegen ihre Kostenvorteile vor den Kosten der anderen Trasse“, heißt es von der Initiative.

„Beide Varianten bei  Umweltprüfung eingereicht“

Laut Hofrat Hans Godowitsch von der Straßenbauabteilung des Landes werden beide Trassen zur strategischen Umweltprüfung eingereicht, wobei die Trasse in erster Line menschenverträglich, und dann umweltverträglich sein müsse. „Wenn die Trasse an der Hottergrenze Zustimmung findet, spricht nichts dagegen, weder Kosten noch sonst etwas anderes. Wenn diese nicht umweltverträglich ist, muss man die andere nehmen, mit entsprechenden begleitenden Schutzmaßnahmen“, erklärt Godowitsch. Denn den Bau der Straße wolle man unter allen Umständen, da dies eine langjährige Zusage der Politik an die Menschen der Region sei.

Die ÖVP des Bezirks unterstützt den Trassenwunsch der Initiative. „Es hat eine Einigung gegeben zwischen Oberpullendorf, Steinberg und Unterpullendorf. Warum das jetzt in Frage gestellt wird, ist nicht verständlich“, begründen dies die Landtagsabgeordneten Werner Gradwohl und Rudolf Geißler. „Wenn es der politische Wille von allen Mandataren im Bezirk ist und dieser im Land deponiert wird, wird sich eine technische Möglichkeit finden, diese Trasse umzusetzen“, so die ÖVP, die für einen Schulterschluss der politischen Kräfte im Bezirk wirbt.

SPÖ-Landtagsabgeordnete und Steinbergs Bürgermeisterin Klaudia Friedl „wäre die akkordierte Straße auch am liebsten“. Sie verweist aber auch darauf, dass sich die Rahmenbedingungen geändert haben und man Kompromisse machen müsse. Auf ihre Initiative sei eine Trassenvariante als Kompromissangebot für den Sonnriegel entstanden, für die die Gemeinde Ideen zur Optimierung der Trasse und für begleitende Maßnahmen eingebracht hatte.

Streichung der S31 aus  Straßenbaugesetz gefordert

Auch die Grünen meldeten sich in Sache S31-Verlängerung bis zur Staatsgrenze zu Wort. Bezirkssprecher Josko Vlasich reagiert verärgert, weil die Verlängerung der Schnellstraße nicht aus dem Bundes-Straßenbaugesetz herausgenommen wurde. „Das könnte bedeuten, dass man nun eine Umfahrungsstraße ohne Beteiligung der Bevölkerung an einer Umweltverträglichkeitsprüfung errichtet und später, bei Bedarf, doch noch eine Schnellstraße daraus macht“, so Vlasich. Er fordert die endgültige Streichung der S31 aus dem Straßenbaugesetz.

Trassen-Diskussion: Die gelbe Linie markiert die Wunsch-Trasse an der Hottergrenze, entlang der es bereit einen abgeholzten Bereich gibt, die rote die derzeit geplante des Landes.