Erstellt am 12. Februar 2014, 09:00

ZITIERT. In sechs Gemeinden / In einem gemeindeübergreifenden Projekt werden mit Hilfe von Ehrenamtlichen soziale Dienste angeboten.

 |  NOEN, Grabner

Trotz veränderter Lebensbedingungen wie Familien- und Altersstrukturen und dem hohen Pendleranteil soll Nachbarschaftshilfe weiter funktionieren.

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Daher haben die Gemeinden Piringsdorf, Steinberg-Dörfl, Unterfrauenhaid, Lackenbach, Raiding und Horitschon nun mit dem Pilotprojekt Nachbarschaftshilfe Plus gestartet.

Je zwei Gemeinden teilen sich eine Teilzeit-Büromitarbeiterin

„Ich sehe das Projekt als generationsverbindendes Projekt, es fördert den Zusammenhalt in den kleinen Gemeinden und gibt Sicherheit und Lebensqualität. Der organisatorische Aufbau sorgt dafür, dass Hilfesuchende und Helfer rasch zueinander finden“, erklärt Petra Prangl, die Obfrau des zur Projektabwicklung gegründeten Vereins.

In der Praxis wird dies so aussehen, dass jeweils zwei Gemeinden kooperieren und sich diese eine Teilzeit-Büromitarbeiterin teilen. Muss ein älterer Mensch, der kein eigenes Auto hat zum Arzt, genügt ein Anruf im Büro und die Mitarbeiterin findet dann für den Klienten/die Klientin einen ehrenamtlichen Mitarbeiter, der die Dienstleistung durchführt.

Für KlientInnen ist das Angebot, gratis, die ehrenamtlichen Mitarbeiter sind haft- und unfallversichert und erhalten Kilometergeld als Entschädigung. Derzeit stehen in jeder Gemeinde zwischen und 5 und 25 Mitarbeiterinnen zur Verfügung.

Pflegedienste im Angebot nicht vorgesehen

„Das Projekt Nachbarschaftshilfe plus bringt Angebot und Nachfrage unkompliziert zusammen“ unterstreicht auch Projektkoordinatorin Astrid Rainer.

Das Angebot umfasst Fahr- und Bringdienste (Einkaufen, Apotheke,…), Besuchsdienste (wie Tratschen, Karten spielen, vorlesen,..), Spaziergehdienste (Begleitung in die Kirche, zum Friedhof,…), Notfallsdienste (falls mal jemand kurzfristig ins Spital muss) und auch vorübergehende Kinderbetreuung. Nicht vorgesehen sind Pflegedienste.

Landesrätin: „Projekt wird im Land Schule machen“ 

Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf 108.000 Euro. Die Finanzierung der Konzeptphase wurde zu 100 Prozent vom Regionalmanagement Burgenland übernommen und zwar als erstes Projekt aus dem Fördertopf „Gemeindenetzwerke Süd- und Mittelburgenland“.

„Das Pilotprojekt wird mit Sicherheit in die Zukunft wirken und einen Vorbildcharakter für Nachfolgeprojekte dieser Art im Burgenland haben. Es wird in ganz Burgenland Schule machen und damit werden auch Arbeitsplätze geschaffen“, meint Landesrätin Verena Dunst. Und fügte bei der Projektpräsentation, die an ihrem Geburtstag stattfand, schmunzelnd hinzu: „Das Projekt ist mein Geburtstagsgeschenk heute.“

Seitens mittelburgenland plus wurde eine Förderung von 54.200 Euro zugesagt. „Nachbarschaftshilfe Plus ist ein Projekt, das der demografischen Entwicklung in den Gemeinden Rechnung trägt und sinnvolle Rahmenbedingungen schafft, die das Älterwerden unterstützend begleiten. Dabei ist eines der Ziele die Generationenarbeit zu fördern, so dass Jung und Alt voneinander profitieren“, so Christian Vlasich, Obmann von mittelburgenland plus.


Zitíert:

„Menschen, die helfen wollen, unterstützen jene, die Hilfe im Kleinen benötigen. Wir möchten das Miteinander von Jung und Alt schärfen. Ich freue mich, dass sechs Gemeinden dieses Projekt gestartet haben und bin überzeugt, dass weitere folgen werden.“
Bürgermeisterin Klaudia Friedl, Steinberg-Dörfl

„Dieses Projekt ist einzigartig. Nicht nur, dass Dienste ehrenamtlich in Form von geschenkter Zeit verrichtet werden, trägt es dazu bei, dass ältere Menschen so lange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung und ihren Gemeinden bleiben können. Menschen, die Hilfe brauchen, wird schnell und unbürokratisch geholfen.“
Bürgermeister Stefan Hauser, Piringsdorf

„Einerseits gilt es Hemmschwellen, bei denen abzubauen, die sich nicht trauen, um Hilfe zu bitten. Andererseits geht es um die Organisation der Hilfeleistungen jener, die bereit sind, Zeit einzubringen. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor wird sein, das Vertrauen der Bevölkerung für dieses Angebot zu gewinnen.“
Ortschef Christian Weninger, Lackenbach

„Ich war von Anfang an vom Projekt begeistert, weil es älteren Personen unter die Arme greift, damit sie so lange als möglich in den eigenen vier Wänden bleiben können. Gemeindeübergreifend zu arbeiten ist dabei ein wichtiger Aspekt, weil wir den Schwung aus der Nachbargemeinde mitnehmen.“
Ortschef Friedrich Kreisits, Unterfrauenhaid

„26 Prozent unserer Bevölkerung sind älter als 60 Jahre. Daher hat sich der Gemeinderat einstimmig zum Ziel gesetzt, noch mehr für die älteren Mitbürger zu tun. Persönlich freue ich mich auf die gemeindeübergreifende Zusammenarbeit. Ich bin überzeugt, dass dieses Projekt beispielhaft fürs Land wird.“
Bürgermeister Peter Heger, Horitschon

„Eine intelligente, interkommunale Zusammenarbeit ist wichtig. Als Gemeinde agieren wir als Dienstleister, der versucht, Angebot und Nachfrage im sozialen Bereich zu bündeln. Hier ist es eine Erleichterung, dass wir eine unabhängige, soziale und unbürokratische Verwaltungsebene einziehen.“
Ortschef Markus Landauer, Raiding