Erstellt am 10. August 2011, 00:00

116 Mitarbeiter bald ohne Arbeitsplatz. WIRTSCHAFT /  Masseverwalter erklärte der Belegschaft, dass die Photovoltaik-Firma Blue Chip Energy geschlossen bleibt.

VON SARAH WAGNER

GÜSSING / Der Masseverwalter des insolventen Unternehmens Blue Chip Energy, der Eisenstädter Rechtsanwalt Wilhelm Lackner, teilte der Belegschaft am vergangenen Freitag, in Anwesenheit der Gewerkschaft und Arbeiterkammer mit, dass das Werk so lange still steht, bis ein Investor gefunden ist. Nachdem Lackner das Unternehmen durchleuchtet hat, werden die insegamt 116 Mitarbeiter bald keinen Job mehr haben. Die gerichtliche Schließung erfolgte am 2. August.

Andreas Horvath von der Gewerkschaft PRO-GE war am Freitag in Güssing vor Ort: Der Masseverwalter hat erklärte, dass der Betrieb nicht weiterzuführen sei. Die Beschäftigten waren darüber natürlich nicht begeistert. Die Sozialpartner, das Unternehmen und die Arbeitnehmer haben sich auf einen Austritt der Beschäftigten geeinigt. Erich Debellak von der Arbeiterkammer erklärt, warum: Entweder der Masseverwalter kündigt die Arbeitnehmer oder sie treten frühzeitig aus und bekommen die Kündigungsfrist weiterbezahlt, haben aber in dieser Zeit keine Arbeitspflicht mehr. Wir haben versucht, die bestmöglichen Ansprüche für die Belegschaft geltend zu machen.

Erster Teil der Arbeiter  wurde schon freigestellt

Der erste Teil der Arbeiter wurde mit Freitag, dem 5. August, freigestellt. Der zweite Teil der Arbeiter tritt mit 22. August aus dem Unternehmen aus. Auch ein Teil der Angestellten sind bereits aus der Firma ausgeschieden, der zweite Teil folgt am 16. August.

Rund zehn Beschäftigte sind derzeit noch für die Sicherheit und organisatorische Abwicklung vor Ort. Für diese muss bis Ende August eine Lösung gefunden werden, heißt es seitens der Arbeiterkammer Güssing.

Suche nach neuem Investor  läuft weiter auf Hichtouren

Derweilen hoffen noch alle auf einen Investor, der das Unternehmen in Güssing übernimmt. Die Gewerkschaft, wie auch die AK sind bemüht, bei einer Neuübernahme die ehemals Beschäftigten wieder in ein Arbeitsverhältnis zu bringen. Für einen Dienstgeber ist es sicher sinnvoll Arbeiternehmer zu beschäftigen, die sich auskennen, führt Debellak aus.

Die Mitarbeiter, die unter zwei Jahre beschäftigt sind, bekommen noch sechs Wochen bezahlt. Arbeitnehmer, die mehr als zwei Jahre im Unternehmen beschäftigt waren, erhalten ihr Gehalt zwei weitere Monate.