Erstellt am 04. Mai 2011, 00:00

15-Jährige ins Auto gezerrt und zugesperrt?. PROZESS / Ein 19-jähriger Lehrling soll die Signale eines Mädchens falsch gedeutet haben. Vorige Woche stand er vor Gericht.

BEZIRK OBERWART / Am 19. Oktober 2010 soll der junge Mann das Mädchen aus seinem Wohnhaus im Bezirk Oberwart gelockt haben. Die junge Frau gefiel ihm. „Ich wollte sie umarmen. Sie gab mir eine Ohrfeige, ich stieß sie weg“, erzählte der 19-jährige Lehrling vor Richterin Dr. Andrea Rosensteiner mit leiser Stimme.

Wütend über die Ohrfeige soll er das 15-jährige Mädchen in sein Auto gezerrt und mit Zentralverriegelung die Türen verschlossen haben. Eineinhalb Stunden lang soll - so die Staatsanwaltschaft - die junge Frau eingesperrt gewesen sein. Der Lehrling soll seine Annäherungsversuche fortgesetzt und versucht haben, das Mädchen zu begrapschen. „Er ist kein Großkrimineller, der eine Frau packt und ins Auto zerrt“, versuchte Verteidiger Dr. Gerhard Pail seinen Mandanten zu entlasten. Die jungen Leute hätten im Auto geraucht, die Fenster seien geöffnet gewesen. Das Mädchen habe jederzeit aussteigen können.

Der Lehrling bekannte sich zu den Vorwürfen Körperverletzung, Nötigung, Freiheitsentziehung, sexuelle Belästigung nicht schuldig. „Warum haben Sie zugesperrt?“, wollte die Richterin wissen. „Weil sie sich entschuldigen sollte“, erklärte der Beschuldigte. Er bestritt, das Mädchen so lange im Auto festgehalten zu haben. Der Vorfall sei kürzer gewesen. Um 22 Uhr sei er bereits wieder zuhause im Bezirk Güssing gewesen. Am nächsten Tag soll er dem Mädchen telefonisch gedroht haben: „Ich komme mit Freunden zu dir und verprügle dich.“ - „Sie rief während der Schule an. Mein Freund riet mir, ihr zu sagen, sie soll aufhören“, so der Lehrling. Von „Verprügeln“ war nie die Rede. Der Prozess wurde vertagt, weitere Zeugen werden einvernommen.