Erstellt am 12. Oktober 2011, 00:00

18 Jahre für Pädophilen. GERICHT / Ein einschlägig vorbestrafter Mann missbrauchte seine Tochter unzählige Male. Das Urteil – 18 Jahre Haft – ist aber noch nicht rechtskräftig.

EISENSTADT / Von 2000 bis 2007 soll ein 55-jähriger freischaffender Künstler aus dem Südburgenland seine Tochter unzählige Male vergewaltigt und auf verschiedene Weise sexuell missbraucht haben. Am Dienstag der Vorwoche stand der 2010 verhaftete Mann in Eisenstadt vor einem Schöffensenat.

„Es kam zu Tathandlungen  im dreistelligen Bereich“

Dem Angeklagten wurde vorgeworfen, seine Tochter in einer Vielzahl von Fällen missbraucht zu haben. „Es handelt sich um Tathandlungen im dreistelligen Bereich“, erklärte Staatsanwalt Mag. Roland Koch in seinem Anklagevortrag.

Der Künstler fesselte das Mädchen, das damals zwischen fünf und zwölf Jahre alt war, an Händen und Füßen an das Ehebett, was er auf zahlreichen Fotos festhielt. In vielen Fällen soll er dem Kind die Hände am Rücken zusammengebunden haben. Er soll die Tochter gewürgt, geschlagen und bedroht und mit einem Messer vor dem Gesicht zu sexuellen Handlungen gezwungen haben.

Der sexuelle Missbrauch soll erst geendet haben, als das Mädchen ihre Periode bekam.

Als die Mutter des Mädchens Anfang November 2010 den Künstler im Zuge eines Ehestreits bei der Polizei anzeigte, vertraute sich die 15-jährige Tochter ihr an und gab die erlittenen Qualen zu Protokoll.

Angeklagter bereits wegen  Missbrauchs verurteilt

Der Künstler ist wegen seiner pädophilen Neigungen gerichtsbekannt. Er war 1982 und 1990 wegen diverser Missbrauchshandlungen an Kindern, zum Teil an seinen eigenen Halbgeschwistern, verurteilt worden. Von 1980 bis 1982 befand er sich in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher.

Vor Gericht bekannte sich der Mann teilweise schuldig. Er behauptete, seine Gattin habe von den sexuellen Übergriffen auf seine Tochter gewusst. Er habe selbst seine Tochter gefragt, ob sie „Probleme“ habe. „Ich hoffte, dass sie ohne Schaden davon kommt“, so der Angeklagte vor Gericht.

Er habe keinen Mord begangen, brachte er in seinen Schlussworten vor der Urteilsverkündung vor. Es sei zwar richtig, dass er niemand umgebracht habe, antwortete darauf Richter Dr. Wolfgang Rauter.

Der Mann habe aber „Mord in vielfacher Weise an Kinderseelen begangen“.

Der Schöffensenat verurteilte den Künstler zu 18 Jahren Haft. Gegen dieses Urteil legte der 55-Jährige Berufung ein. Der Staatsanwalt verzichtete auf Rechtsmittel. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.