Erstellt am 25. Januar 2012, 00:00

200 Rinder bringen Wirbel. VERFAHREN LÄUFT / Landwirt aus Wiesfleck will Grundstück umwidmen, um Stall für 200 Rinder zu errichten. Pinkafelds Stadtchef Kurt Maczek will die Pläne durchkreuzen.

VON MICHAEL PEKOVICS

PINKAFELD, WIESFLECK / Ein geplanter Rinderstall für 200 Tiere in Wiesfleck sorgt für Aufregung in Pinkafeld. Landwirt und Wiesflecker ÖVP-Gemeinderat Martin Hettlinger hat um die Umwidmung seines Grundstücks mit einer Fläche von 130 Hektar angesucht. Das Gebiet liegt im Norden Pinkafelds, hinter dem Betrieb KFZ Simon, und befindet sich in einer Senke, direkt an der Hottergrenze von Pinkafeld.

Das Projekt ruft jetzt Pinkafelds Stadtchef Kurt Maczek (SPÖ) auf den Plan, der um die Lebensqualität seiner Bürger fürchtet: „Die Errichtung hätte für die Bewohner des Marktfeldes erhebliche Geruchsbelästigung zu Folge und würde die Wohnqualität vermindern“, sagt Maczek. „Außerdem würde die Großrinderhaltung eine erhebliche Steigerung des Verkehrsaufkommens bedeuten.“ Maczek will sich mit „allen mir zu Gebote stehenden Mitteln“ gegen das Projekt zur Wehr setzen. Er hat bereits Briefe an die Gemeinde und an die Landesregierung geschickt, außerdem soll in den nächsten Tagen eine Unterschriftenaktion starten.

Wiesflecks Ortschef Hans Brenner (ÖVP) kennt die Pläne. „Der Antrag auf Umwidmung liegt jetzt einmal beim Land zur Vorbegutachtung. Bis jetzt ist noch nichts passiert, die Sache wurde im Gemeinderat noch nicht behandelt, weil wir die Stellungnahme der Raumplanungsbehörde abwarten müssen.“ Jeder Bürger hat laut Brenner das Recht, um eine Umwidmung anzusuchen. „Ob es dann genehmigt wird, entscheidet ohenhin ein anderes Gremium.“

Warten bis zum 7. März,  Landwirt plant schon länger

Das Ansuchen liegt in der Raumplanungsbehörde des Landes. „Bis zum 7. März läuft die öffentliche Auflage, jeder kann Erinnerungen abgeben“, heißt es von der Behörde. „Bis zum 7. März werden die Stellungnahmen der Fachabteilungen eintreffen, dann werden wir schauen, ob die Umwidmung genehmigt wird.“ Dass sein Ansuchen positiv behandelt wird, darauf hofft Landwirt Hettlinger. „Ich hätte zwar auch am Ortsende ein anderes Grundstück, aber dann müsste der ganze Verkehr durch die Ortschaft fahren. Die Raumplanung war bereits vor Ort und die Beamten haben gesagt, der Standort sei optimal, weil er sich in einer Senke befindet.“ Hettlinger versteht die Aufregung von Maczek nicht: „Pinkafelds Bürgermeister hat mit mir noch nicht Kontakt aufgenommen, ich arbeite schon zwei Jahre lang an diesem Projekt und wollte Problemen aus dem Weg gehen. Scheinbar hat Maczek ein Problem mit Landwirtschaft.“