Erstellt am 29. Februar 2012, 00:00

53 Euro Schulden: Keine Aufnahme im Spital. KRANKENHAUS / Frau wurde Aufnahme verweigert, weil noch Restbetrag offen war. Spital spricht von „Ausnahmefall“.

 |  NOEN, bilderbox.at

VON MICHAEL PEKOVICS

OBERWART / „Wir können Sie nicht aufnehmen, da ist noch ein Restbetrag vom Juni 2011 offen.“ Mit diesen Worten wurde einer Frau aus Markt Allhau (Name der Redaktion bekannt) die stationäre Aufnahme im Krankenhaus Oberwart verweigert.

Im Gespräch mit der BVZ schildert sie den Vorfall. „Ich hatte nach der Operation eines Magenbruchs eine Kontrolluntersuchung. Oberarzt Manfred Prager meinte, dass es ein Problem gebe, das sofort stationär kontrolliert werden müsse.“ Also begab sich die Frau mit den Befunden zur Aufnahme.

Verwaltung war nicht bereit  Frau stationär aufzunehmen

 

„Dort wurde mir gesagt, dass ich nicht aufgenommen werden kann, weil noch ein Betrag von 53 Euro offen ist.“ Auch nach dem Hinweis, dass es sich um einen von Dr. Prager diagnostizierten Notfall handelt, war die Mitarbeiter der Verwaltung nicht bereit, die Frau stationär aufzunehmen. Die Markt Allhauerin wandte sich erneut an Oberarzt Prager: „Er war selbst erstaunt und hat mich dann zur Behandlung in die Tagesklinik aufgenommen, damit wenigstens die notwendigen Untersuchungen gemacht werden konnten“, schildert die Frau.

Die BVZ hat Primarius Heinrich Kiss, den ärztlichen Leiter des Oberwarter Krankenhauses, mit dem Fall konfrontiert. Kiss reagierte bestürzt: „Ich habe so etwas noch nie gehört. Natürlich ist es so, dass Patienten auf ihre Außenstände aufmerksam gemacht werden. Aber dass deswegen jemandem die Aufnahme verweigert wird, das gibt es bei uns in Österreich nicht. Wir sind ja nicht in den USA, wo so etwas jeden Tag passiert.“ Nachsatz: „Vielleicht hat jemand bei der Aufnahme einen schlechten Tag erwischt.“

Der offene Betrag wurde mittlerweile beglichen, Ende März hat die Frau aus Markt Allhau einen neuen Untersuchungstermin im Krankenhaus. „Die Ärzte und Schwestern haben mich toll betreut, da gibt es überhaupt nichts. Aber was ich da bei der Aufnahme erlebt habe, war schon Wahnsinn – da kommt man sich richtig abgestempelt vor.“