Erstellt am 13. März 2013, 00:00

Abschiebung droht. Asyl / Die Miftaris aus Bernstein gelten als bestens integriert. Plattform „Bleiberecht“ und Gemeinde kämpfen jetzt für die Kriegsflüchtlinge.

Von Vanessa Bruckner

BERNSTEIN / Vor sieben Jahren kam die vierköpfige Familie nach Österreich. Die Miftaris gehören der verfolgten Minderheit der Goraner im Kosovo an. „Ihnen blieb damals nur die Flucht, um sich in Sicherheit zu bringen“, informiert Gerlinde Grohotolsky, Sprecherin der burgenländischen Plattform Bleiberecht. Die Ortschaft, in der die Familie im Kosovo lebte, ist vermint, erst kürzlich ging wieder eine Mine hoch. „Würden sie abgeschoben, wären sie wieder Flüchtlinge in ihrer ehemaligen Heimat“, so Grohotolsky. Genau das droht Vater Azis Miftaris, seiner Frau Shida und seinen beiden Söhnen Emran und Vehid jetzt allerdings. Die Familie hat bereits zwei negative Bescheide vom Asylgerichtshof.

Nun hat sich die Gemeinde Bernstein, in der die Familie seit November lebt die Plattform Bleiberecht eingeschaltet. Bürgermeisterin Renate Habetler: „Die Miftaris sind bestens integriert. Sie helfen immer wieder ehrenamtlich mit und ich weiß, dass Vater und Söhne bereits mehrere Einstellungszusagen von Firmen haben.“ Habetler hat ein Unterstützungsschreiben verfasst und an die Oberwarter Bezirkshauptmannschaft geschickt, bei der die Familie neuerdings einen Antrag auf Bleiberecht gestellt hat. Bezirkshauptmann Hermann Sagmeister gibt sich noch bedeckt: „Wir werden im Fall der Miftaris in den nächsten vierzehn Tagen eine Entscheidung treffen. Mehr kann ich dazu im Moment nicht sagen.“

Die beiden Söhne sind 27 und 15 Jahre alt, beherrschen Deutsch auf B1 Niveau und gelten in der jeweiligen Fachhochschule und Neuen Mittelschule als strebsam. „Die Familie hat Verwandte in Stinatz und Niederösterreich, die alle schon die Staatsbürgerschaft erhalten haben. Warum sollten sie jetzt abgeschoben werden? Wir werden uns für ihr Bleiberecht einsetzen“, betont Gerlinde Grohotolsky.