Erstellt am 03. August 2011, 00:00

Abschied von der Bahn. VERKEHR / Nach 123 Jahren fuhr am Sonntag der letzte Zug von Friedberg nach Oberwart. Die Anhänger trauerten am Bahnhof.

Rund 200 Personen erwiesen dem letzten Personenzug zwischen Oberwart und Friedberg die letzte Ehre. Die Verbindung wurde am Sonntag nach 123 Jahren eingestellt.LEXI  |  NOEN
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VON M ICHAEL PEKOVICS

OBERWART / Zukunft auf Schiene stand auf den Zügen, die am Sonntag zum letzten Mal zwischen Oberwart und Friedberg verkehrten. Fast so, als ob damit den Befürwortern der Bahnlinie ein letzter Schlag versetzt werden sollte. Denn es war der letzte Zug auf einer Linie, die vor 123 Jahren eröffnet wurde.

Großer Zuspruch, harte  Kritik an der Politik

 

Die Initiative Pro Bahn Südburgenland lud aus diesem Grund zu einer Gedenkveranstaltung auf den Oberwarter Bahnhof: Mehr als 200 Personen kamen, ausgestattet mit Transparenten, um dem Zug die letzte Ehre zu erweisen. Dabei bekräftigen sie ihre Kritik und Forderungen an die Landespolitik. Nämlich dass im Südburgenland im Gegensatz zum Norden kein einziger Euro in das Schienennetz investiert wird und dass die Einstellung des Personenverkehrs auf dieser Strecke auf kurz oder lang auch das Ende für den Güterverkehr bedeuten könnte. Gerüchten zufolge soll der Holzverladeplatz am Oberwarter Bahnhof sogar schon verkauft sein oder kurz vor dem Verkauf stehen eine Bestätigung von offizieller Seite gab es dafür allerdings nicht.

Die Anzahl der Menschen, die gekommen sind, hat unsere Erwartungen weit übertroffen, sagte Sprecher Dietrich Wertz und verspricht, dass wir uns auch im kommenden Jahr dafür einsetzen werden, dass die Bahnlinie vielleicht wieder aufgenommen wird gerade im Wahljahr 2012.

Nach einigen Reden am Bahnhof setzte sich der Trauermarsch in Bewegung an der Spitze Wertz mit den ÖVP-Bürgermeistern Franz Glaser und Walter Temmel sowie Oberwarts VP-Vize Georg Rosner. Vor dem Oberwarter Rathaus wurde ein Kranz niedergelegt einerseits um den historischen Moment des letzten Zuges gebührend zu feiern, andererseits um eine Mahnung an die SPÖ auszusprechen. Jetzt verfügt die zweitgrößte Stadt des Burgenlandes über keinen Anschluss an das internationale Bahnnetz dadurch verliert die Region an Attraktivität sowie an Lebens- und Wohnqualität, unterstrichen die Vertreter der Bürgerinitiative.

Seitens des Landes war von SPÖ und auch von ÖVP immer argumentiert worden, dass der Erhalt der Bahnstrecke in keiner Relation zu den Kosten stehe. In Aussendungen mahnte Landeshauptmann Hans Niessl immer wieder zum effizienten Umgang mit Steuergeldern.