Erstellt am 18. Januar 2012, 00:00

Ärger über Mast: Die Telekom lenkt nicht ein. BÜRGERVERSAMMLUNG /  Rege Teilnahme an der Diskussion. Die Telekom sieht „keinen Grund, etwas zu ändern“.

WOLFAU / Zum umstrittenen Sendemasten, der in Wolfau derzeit von der A1 Telekom Austria AG in der Nähe einer Wohnsiedlung errichtet wird (die BVZ berichtete), fand am Freitag im Gasthaus Schweighofer unter reger Teilnahme der Wolfauer Bevölkerung eine Bürgerversammlung statt, bei der über den Stand der Dinge diskutiert wurde. Und der Ärger seitens der Einwohner über die Errichtung des Mastens an diesem Standort und die Tatsache, dass man erst davon erfahren hat, als die Bauarbeiten begonnen haben, war im Saal spürbar groß.

Vor allem weil das Thema in Wolfau schon 2008 zu einer Bürgerversammlung geführt hat und der Bau eines Mastens schon zwei Mal gerade noch verhindert werden konnte, mussten sich Ortschef Walter Pfeiffer (ÖVP) und die Gemeinderäte mehrfach fragen lassen, warum die Bevölkerung nicht früher über das neuerliche Vorhaben der Telekom in Kenntnis gesetzt wurde und warum nicht versucht wurde, mit dem Grundeigentümer zu sprechen, der der Telekom sein Grundstück verkauft hat.

Die mögliche Gesundheitsgefährdung war eines der großen Themen des Abends und erregt vor allem deshalb Besorgnis, weil auch der Kindergarten nicht sehr weit von diesem Masten entfernt ist. Der Wolfauer Dr. Hans Kirisits, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, erläuterte zu den Auswirkungen, die solche Strahlen haben können: „Schon weil man sich Sorgen macht, dass dieser Sender die Gesundheit bedrohen könnte, stellt er eine negative Einwirkung auf das Wohlbefinden dar.“

„Bau betrifft Zukunft, aber  es wird einfach entschieden“

„Uns, unsere Kinder und unsere Zukunft betrifft dieser Bau, aber alles wird über unsere Köpfe hinweg entschieden“, ärgert sich eine Wolfauerin. „So wird der Bürger ausgeschaltet“, war von anderen aufgebrachten Stimmen herauszuhören. Zwar wurde von einem Wolfauer auch zur Sprache gebracht, dass man „in Zukunft sicher noch mehr solcher Sendemasten brauchen und bauen wird, denn ohne sie wird die technologische Entwicklung nicht mitzumachen sein.“ Auch er aber meinte, es müsse doch möglich sein, Mindestentfernungen einzuhalten. „Die Technik ist dort am richtigen Platz, wo sie dem Menschen nützt, und nicht seiner Gesundheit schadet“, formulierte es Dr. Kirisits.

Ortschef Pfeiffer entschuldigte sich für Versäumnisse in der Information der Bevölkerung, erklärte aber gemeinsam mit anderen Gemeinderäten, dass es damals geheißen habe, es werde zu keinen Bewilligungen eines Mastens in diesem Hochwasserabflussbereich kommen. Letztlich wurden diese von den zuständigen Behörden aber doch erteilt. Dennoch hofft Pfeiffer, „dass es noch nicht zu spät ist. Die Telekom braucht vom Gemeinderat immerhin noch die Zustimmung zur Stromzuleitung, die notwendig ist, um den Masten in Betrieb nehmen zu können. Und aus meiner Sicht gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder die Telekom sucht mit uns und der Bevölkerung das Gespräch und räumt die Bedenken aus dem Weg oder es wird zu keiner Zustimmung kommen“, so Pfeiffer. „Für mich liegt der Ball jetzt bei der Telekom.“ Auf Anregung der Bevölkerung werde er nun aber auch versuchen, in ein Gespräch mit dem Grundeigentümer zu treten und herausfinden, ob sich da vielleicht noch etwas machen lässt.

Für die Telekom kommt ein anderer Standort nicht in Frage: „Es gibt eine naturschutzrechtliche Bewilligung und die Gemeinde hatte im Verfahren keine Einsprüche. Wir sehen keinen Grund, um etwas zu ändern“, sagt Sprecherin Livia Dandrea.