Erstellt am 22. Januar 2014, 23:59

von Vanessa Bruckner

„Amtsfrau“ ist zu alt. Bestellung der künftigen Amtsleiterin sorgt für Missmut zwischen SPÖ und ÖVP. Kandidatin ist über gesetzlicher Altersgrenze.

Sturm. Die Frage der Amtsleitung lässt die Wogen zwischen den Parteien in der Gemeinde hochgehen.  |  NOEN, Vanessa
Von Vanessa Bruckner

JABING / Die potenzielle „Neue“ ist 45 Jahre alt – und damit laut aktueller Gesetzeslage zu alt, um sich als Amtsleiterin bewerben zu können.

Trotzdem wird besagte Dame ihren Dienst laut SPÖ-Bürgermeister Günter Valika mit Feber als Vertragsbedienstete aufnehmen und ist damit auch offiziell erste Anwärterin für den Posten als zukünftige Amtsleiterin der Gemeinde Jabing.

2015 geht Noch-Amtsleiter Alfred Seper in Pension und seine Nachfolgerin soll, wie landesweit üblich, Zeit haben, um die notwendigen Prüfungen für den Job ablegen zu können.

„Wegen Jabing wird man Gesetz nicht ändern“ 

„Das Gemeindebedienstetengesetz besagt ganz klar, dass Personen, die das 40. Lebensjahr überschritten haben, von der Anstellung als Gemeindebeamte ausgeschlossen sind“, kritisiert ÖVP-Parteiobmann Franz Saurer. Bürgermeister Valika weist die Vorwürfe zurück: „Die Dame wird vorerst als Vertragsbedienstete angestellt, da spielt das Alter keine Rolle. Außerdem gibt es Anzeichen, dass der Landtag die Pragmatisierung für Gemeindeamtsleiter bald aufheben wird. Dann wird die Bestellung zur Amtsleiterin kein Problem. Der Gemeinderatsbeschluss war mit absoluter Mehrheit für eine Aufnahme der neuen Mitarbeiterin, auch die Ausschreibungskriterien wurden einstimmig beschlossen, es hat also alles seine Richtigkeit.“ „Nur wegen Jabing wird man das Gesetz nicht ändern“, kontert Saurer von der ÖVP.

ÖVP wirft Bürgermeister „Freunderlwirtschaft“ vor

Weiterer Streitpunkt: Die örtliche ÖVP wirft dem Bürgermeister auch „Freunderlwirtschaft“ vor. Grund dafür: die Anwärterin für die Amtsleiterstelle ist mit ihm verwandt.

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„Sie ist eine weitschichtige Verwandte meiner Frau - so viel zum Thema. Die ÖVP ist doch nur grantig, weil nicht ihr Wunschkandidat für den Job das Rennen gemacht hat“, bietet Valik Parole.

Der VP-Wunschkandidat sei, so Franz Saurer, prädestiniert für den Posten, denn „er hat das rechtlich vorgesehene Alter, ist in vielen örtlichen Vereinen tätig und bringt auch nötiges Fachwissen mit.“

Bürgermeister Valika darauf: „Aber er hat keinen Hauptwohnsitz in Jabing.“ Fazit: in der Gemeinde wird?s noch länger brodeln.