Erstellt am 02. März 2016, 07:04

von NÖN Redaktion

Angst vor Asylbewerbern? „Stimmung färbt ab“. Bevölkerung von Stinatz ist zunehmend verunsichert. Asylwerber wegen Nötigung an Kind angezeigt.

 |  NOEN, BVZ
Fast ein Zehntel der Menschen in Stinatz sind Flüchtlinge. Die Gemeinde gilt seit vielen Jahren als großes Vorbild in Sachen Asyl. Seit einem Sitzstreik von Asylwerbern vor zwei Wochen ist die Stimmung zunehmend schlechter geworden.

„Vorfälle der letzten Wochen machen mir Angst“

„Wir haben Angst“, hört man des Öfteren von Dorfbewohnern. Auf die Frage, vor was oder wem, weiß nahezu niemand eine Antwort.

„Vor allem als Frau traut man sich bei Dämmerung oder in der Nacht nicht mehr, aus dem Haus zu gehen. Die Vorfälle der letzten Wochen stimmen mich sehr nachdenklich und machen mir Angst“, heißt es in einem Leserbrief, dessen Verfasserin anonym bleiben möchte.

Wie in der vergangenen Woche bekannt wurde, kam es bei einem Kindermaskenball zu einem angeblichen Übergriff eines Asylwerbers auf ein zehnjähriges Kind. Der Mann soll dem Kind einen Kuss auf die Wange gegeben haben, der Vorfall wurde angezeigt. Für den Mann gilt die Unschuldsvermutung.

Orts-Vize Kreitzer: „Stimmung färbt sich ab“

Dass die Angst in Stinatz um sich geht, bekommt auch Vizebürgermeister Josef Kreitzer mit und versucht, im Gespräch mit der BVZ, dafür Gründe zu finden.

„Die Stimmung, die derzeit in Europa herrscht, färbt sich ganz klar auf die kommunale Ebene ab. Natürlich gibt es manchmal Reibereien, aber Stinatz ist definitiv jene Gemeinde im Burgenland, die die geringsten Strafauffälligkeiten von Asylwerbern aufweisen kann. Wir als Gemeinde versuchen die Asylwerber so gut als möglich zu integrieren und tun vieles dafür“, sagt Kreitzer, der in Zukunft daran arbeiten will, „die Stimmung von außen nicht in den Ort zu tragen“.

Den angezeigten Vorfall will Kreitzer nicht anzweifeln, aber auch nicht bestätigen. „Wenn was passiert ist, dann muss die Rechtsstaatlichkeit sprechen, das gilt für jeden“, sagt Kreitzer.