Erstellt am 05. Dezember 2012, 00:00

Angst vor der Kälte. Wintereinbruch / Immer mehr Menschen im Lande fehlt das Geld für die Heizung. Ein Bericht über Existenzängste, interessante Lösungen und das Wetter.

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Von Vanessa Bruckner

BEZIRK | Hätten Sie gedacht, dass Familie G. von nebenan tagsüber mit Winterjacke und Schal in der Wohnung herumläuft? Kein Wunder, 15 Grad Raumtemperatur sind alles andere als kuschelig.
Immer mehr Menschen haben Schwierigkeiten, ihre Energierechnung zu bezahlen und können ihre Wohnräume nicht ausreichend beheizen. Laut Statistik Austria war es 313.000 Österreichern im Jahr 2010 nicht möglich, ihre Wohnung „angemessen warmzuhalten“.
„Das sind um ein Drittel mehr als 2009. Steigende Energiepreise verschärfen die Situation zusätzlich“, warnen die Zuständigen der Firma e7 Energie Markt Analyse GmbH. Sie haben einen Maßnahmenkatalog erarbeitet, um Auswirkungen von Energiearmut zu minimieren.

„Der Winter macht mir immer Angst!“

Was es wirklich bedeutet, kein Geld für die Heizung zu haben, weiß Roswitha C. aus Großpetersdorf. Die 59-Jährige lebt mit ihrer Tochter und deren drei Kindern in einem Haushalt. „Ich habe nur ein kleines Einkommen, meine Tochter bekommt auch nicht viel. Wir sind fünf Personen , oft reicht es hinten und vorne nicht. Der Winter macht mir immer Angst“, erzählt die Frau.

Holz ist teuer, Geld reicht oft nicht

Katrien Laschalt vom Sozialmarkt Oberwart kennt die Problematik nur allzu gut: „Es vergeht momentan fast kein Tag, an dem bei uns nicht nach Holz gefragt wird. Alleinstehende Pensionisten tun sich schon schwer, ihre Häuser heizen zu können. Oft haben sie nur kleine Pensionen. Ein Meter Holz kostet um die 55 Euro, Strom und Gas wird auch immer teurer. Finanziell schlechter gestellte Familien wohnen oft in schlecht isolierten Miethäusern oder Wohnungen, da sind Nachzahlungen vorprogrammiert und so schlittern die Menschen dann noch weiter in die Armutsfalle hinein.“ Auf jeder Gemeinde kann man Heizkostenzuschuss beantragen. Für die Heizperiode 2011/2012 wurden 1647 Anträge aus dem Bezirk Oberwart bewilligt.
Man bekommt maximal 140 Euro pro Haushalt und Heizsaison. „Ein Tropfen auf dem heißen Stein“, weiß Laschalt. Sie appelliert: „Andere Ideen müssen her, oft ist es ganz leicht, zu helfen.“

Wetterprognosen für die kommenden Wochen

Das zeigt das Beispiel der Ortschaft Siget. Die Gemeinde versteigert seit Jahren das Recht, bestimmte Waldstücke der Gemeinde zu säubern. Im Gegenzug dazu dürfen sich die Leute das Holz behalten. „Da geht es lediglich um ein paar Euro, ein kleiner Beitrag eben und am Ende ist allen geholfen“, erklärt Bürgermeister Josef Halper.
Die BVZ hat bei Österreichs höchstgelegener und größter Wetterstation nachgefragt, wie die Prognosen für die kommenden Wintermonate stehen. Meteorologe Bernhard Niedermoser informiert: „Derzeit gibt es keine Signale dafür, dass uns ein sehr strenger Winter bevorstehen könnte. Diese Daten sind allerdings nicht sehr genau.“