Erstellt am 27. Juli 2011, 00:00

Anzeige: 17-Jährigen in Gepäcksraum gesperrt. AUFREGUNG / Vater schickte Sachverhaltsdarstellung an Staatsanwalt, weil Busfahrer zu spät reagierte: Nicht das erste Mal.

Laut Auskunft von Südburg-Direktor Heinz-Peter Krammer sind alle Busse mit Panikknopf im Gepäcksraum ausgestattet. Zudem sei der Raum ständig beleuchtet: So etwas kam schon öfter vor.ARCHIV  |  NOEN
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VON MICHAEL PEKOVICS

OBERWART / Am Samstag der Vorwoche spielte sich auf der Oberwarter Hauptstraße zwischen der Park´n´Ride-Haltestelle und dem Hauptplatz eine Szene ab, die ein gerichtliches Nachspiel haben könnte. Ein 17-jähriger Zimmererlehrling stieg an der erstgenannten Haltestelle aus und wollte sein Gepäck aus dem Kofferraum eines Südburg-Reisebusses nehmen. Der Fahrer dürfte das zu spät bemerkt haben, denn noch bevor der junge Mann den Gepäcksraum verlassen konnte schloss sich die Tür und der 17-Jährige saß fest.

Der Lebensgefährte seiner Mutter wollte den Lehrling von der Bushaltestelle abholen und beobachtete die Szene. Ich habe sofort reagiert, gerufen und Handzeichen gegeben, erzählt der Mann. Der Buslenker fuhr trotzdem einfach weiter und hat mich nicht beachtet. Daraufhin verfolgte er den Bus im zähen Oberwarter Verkehr zuerst bis zur nächsten Haltestelle, dann weiter bis zum Hauptplatz.

Der Busfahrer hat mich  nur hämisch ausgelacht

Bei der Haltestelle Gasthaus Drobits hielt der Busfahrer an, öffnete die Tür zum Gepäcksraum und fuhr dann wieder weiter, ohne sich nach dem Wohlbefinden des Fahrgastes zu erkundigen. Als er den Busfahrer dann am Hauptplatz zur Rede stellte, habe ihn dieser nur hämisch ausgelacht und nach meiner Ankündigung, ich werde rechtliche Schritte einleiten gemeint, ich könne tun, was ich wolle. Der Mann informierte die Medien und schickte eine Sachverhaltsdarstellung an den Staatsanwalt.

Dass es zu einer Anklage kommen wird, glaubt Südburg-Chef Heinz-Peter Krammer nicht. Ich kenne den Fahrer, er hat sehr gute Umgangsformen, stellt sich Krammer vor seinen Angestellten. Es ist nicht das erste Mal, dass so etwas passierte. Deswegen ist der Gepäcksraum mit einem Panikknopf ausgestattet der wurde aber erst nach rund 200 Metern gedrückt. Unsere Sicherheitsstandards sind ausreichend, der Fahrer wird optisch sofort informiert, wenn sich jemand im Gepäcksraum befindet. Außerdem habe der junge Mann beim Aussteigen mit Handzeichen signalisiert, dass alles in Ordnung sei. Zwar bedauert Krammer den Vorfall, dass aber die Staatsanwaltschaft Ermittlungen durchführen wird, glaubt er nicht: Es war ja niemand gefährdet, der Gepäcksraum ist immer beleuchtet.