Erstellt am 06. August 2014, 05:01

von Wolfgang Millendorfer

Kasernen-Kauf entzweit Land. Wohnungen statt Asylquartieren: Regierung fixiert Kasernen-Kauf und erntet dafür auch herbe Kritik. Eine Blitz-Umfrage unter den BVZ-Lesern ging „unentschieden“ aus.

Asyl-Debatte. Niessl (r.) und Steindl sind sich über den Ankauf der Kasernen in Oberwart und Pinkafeld einig.  |  NOEN, BVZ / Montage: König
Zwölf Asylwerber fehlten dem Burgenland am Montag, um die vom Bund vorgegebene Quote zu 100 Prozent zu erfüllen. Heute, Mittwoch, könnte das bereits der Fall sein, denn „die Zahlen ändern sich laufend“, weiß man im Büro von Landeshauptmann Hans Niessl.

In der Vorwoche hatte der Landeschef gemeinsam mit seinem Vize Franz Steindl österreichweit für Schlagzeilen gesorgt: Um die leer stehende Kaserne in Oberwart als mögliches Asylheim zu blockieren, einigte man sich auf einen Ankauf. Für die Kaserne in Pinkafeld gibt es bereits das Angebot eines Wirtschafts-Konsortiums.

Geht es nach Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), hätte man in den beiden Kasernen jeweils rund 200 Asylwerber unterbringen können; jetzt sollen hier vor allem Wohnungen entstehen.

Online-Umfrage mit klarem "Unentschieden"

Eine Online-Umfrage auf www.bvz.at zeigt: Im Kreis der BVZ-Leser werden die Kasernenkäufe mit einem klaren „Unentschieden“ bewertet; mit einem Plus von einer Stimme sprechen sich die Umfrage-Teilnehmer sogar dagegen aus (siehe Grafik).

Und auch politisch ist die Diskussion heiß: Nach dem Aufnahmestopp in Traiskirchen habe man erreicht, dass die burgenländischen Standorte „nicht mehr zur Diskussion stehen“, so Niessl. Dazu meint Steindl unisono, die Causa Eberau habe gezeigt, „dass derartige Projekte von der Bevölkerung nicht gewünscht werden“. Gemeinsam mit der FPÖ fordert die Regierung, dass andere Bundesländer ihre Asyl-Quoten erfüllen.

Während die LBL vorschlug, Asylwerber in leeren Grenzgebäuden unterzubringen, werfen die Grünen der Regierung „Hysterie und fehlendes Mitgefühl“ vor. Das wollen Niessl und Co. nicht gelten lassen: „Anstelle großer Asylquartiere haben sich die kleinen Einheiten – auch in Sachen Integration – bewährt.“

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