Erstellt am 17. April 2013, 00:00

Asyl: Weiter warten. Bleiberecht / Familie Miftari aus Bernstein droht Abschiebung. Bezirkshauptmannschaft zögert Entscheidung hinaus: „In zwei Wochen wissen wir vielleicht schon mehr“, sagt BH-Chef.

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Von Vanessa Bruckner

BERNSTEIN / Angst, eine Minderheit in einem Krieg, eine fremde Heimat, fünf Jahre Flüchtlingslager und jetzt wieder Angst. Familie Miftari aus Bernstein ist nicht oft auf der Sonnenseite des Lebens gestanden. Die vierköpfige Familie, die seit November 2012 in Bernstein lebt, droht die Abschiebung in den Kosovo (die BVZ berichtete).

Seit Wochen warten die Miftaris auf den Bescheid von der Oberwarter Bezirkshauptmannschaft. Der zuständige Bezirkshauptmann, Hermann Sagmeister, scheint wiederum nicht sehr entscheidungsfreudig zu sein. „Es ist ein ganz normales Verfahren, mehr will ich dazu nicht sagen. In zwei Wochen wissen wir vielleicht mehr“, so Sagmeister. „Genau die gleiche Antwort haben wir auch schon vor sechs Wochen bekommen, aber passiert ist noch nichts“, kritisiert Gerlinde Grohotolsky von der Plattform Bleiberecht.

Sagmeister, der die Familie bereits persönlich kennengelernt hat, „wartet noch auf eine Stellungnahme vom zuständigen Ministerium“. Grohotolsky kontert: „Die Gesetzeslage besagt, dass die endgültige Entscheidung bereits seit vier Jahren bei der zuständigen Bezirkshauptmannschaft liegt, worauf wartet Sagmeister also?“ Eine Rückkehr in den Kosovo würde für die Familie eine neuerliche Bedrohung bedeuten. „Sie sind Goraner und sprechen serbisch. Die Miftaris gehören also der Minderheit einer Minderheit an, sie hätten in ihrer ehemaligen Heimat keine Chance“, weiß Grohotolsky und fügt an: „Die Familie gilt als bestens integriert, es gibt mehrere Einstellungszusagen und alle Familienmitglieder erfüllen die sprachlichen Voraussetzungen. Weiters leben die nächsten Verwandten der Miftaris in Stinatz und haben bereits 2009 von der BH Güssing die Bewilligung zur Niederlassung erhalten. Wieso darf die eine Familie bleiben und die andere nicht?“

Ungewiss. Die Miftaris (Mitte) sind Kriegsflüchtlinge und gehören der Minderheit der Goraner an. Jetzt bangt die vierköpfige Familie um ihre Zukunft.