Erstellt am 12. Oktober 2012, 12:10

Auf der (Spiel)Wiesn. Reise / Das Münchner Oktoberfest lockt jährlich Millionen Besucher aus der ganzen Welt an. Da durften selbstverständlich auch die Südburgenländer nicht fehlen. Ein (Gaudi)Bericht.

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Von Vanessa Bruckner

BEZIRK/MÜNCHEN / Schon der „Wiesn-Transport“ ist ein Erlebnis der Sonderklasse - und das wortwörtlich. Zwei Stunden, bevor der Zug München erreicht, sind die Abteile voll bis auf den letzten Platz. Nix mehr mit Erste und Zweite Klasse. Ein Dirndl sitzt neben der nächsten Lederhose. Wiesn-Flair bereits um 10 Uhr morgens, 100 Kilometer davon entfernt.

Der Zugfahrer begrüßt die Fahrgäste mit den Worten „Liebe Damen, Herren und Österreicher“, die Gaudi steigt, der Alkoholpegel auch. Bei Kilometer 437 werden die österreichischen Mädels aufgeklärt: „Es ist vollkommen wurscht, welches Dirndl du anhast, schaut eh jeder nur in deinen Ausschnitt“, sagt eine Münchnerin augenzwinkernd. Die Knödel, wie der entsprechende Körperbereich auf der Wiesn genannt wird, darum geht’s nämlich. Und um sonst nichts. Fast nichts.

Die Formel ist einfach: Wer schummelt, gewinnt. „Die Brüste müssen hin und her wedeln, wenn du schnaufst“, verrät Herbert, ein waschechter Münchner, schmunzelnd.

Ein paar Maß und 

Circa sieben Millionen Menschen strömen jährlich auf das Münchner Oktoberfest, weit mehr als 100.000 Besucher pro Tag. „Ein Rummelplatz der Superlative, da passt die Inform hundertmal rein“, erzählt Nicole Hahn aus Jormannsdorf, die zum ersten Mal dort war. Tracht ist (fast) Pflicht, ein Maß Bier und a Paarl Weißwürstl sowieso. 16 unglaubliche Tage lang verwandelt sich eine der reichsten Städte Deutschlands, zur Spielwiese für Einheimische und Touristen aus der ganzen Welt. Da durften auch die Südburgenländer nicht fehlen.

„Normalerweise trinke ich kaum Bier, aber das Maß auf der Wiesn habe ich geschafft. Es schmeckt unvergleichbar gut“, sagt die Pinkafelderin Kristina Jelic. Richtig schwierig wird es allerdings, einen Platz in einem der Zelte zu ergattern. Die Oberwarterin Niki Kracher und ihre Freundinnen hatten Glück, sie schafften es sogar ins „Käfer-Zelt“, indem auch die Promis abfeiern.

Um Mitternacht ist dann allerdings Schluss mit der Gaudi. „Die sind da beinhart und schmeißen dich raus“, weiß Nicole Hahn. „Macht aber nichts, nach einem Tag auf der Wiesn sagt das Gehirn dann sowieso: Jetzt ist aber Feierabend!“