Erstellt am 12. Februar 2014, 09:00

von Vanessa Bruckner

Aufgepasst, Polizei!. Mal anders / Unser Freund und Helfer auf „Abwegen“ - allerdings auf äußerst kreativen. Burgenländische Polizisten, ihre Hobbys und ein bisserl was aus dem Nähkästchen.

Hat viel erlebt. Seit Jahren ist Wolfgang Bachkönig Polizeibeamter und hat außerdem bereits drei Bücher über den »Tatort Burgenland« geschrieben. Foto: privat  |  NOEN, privat
Von Vanessa Bruckner

Die Herren in Uniform legen den Schwerpunkt auf die Laserpistole in ihrer Hand, derweil BVZ Mitarbeiterin Vanessa Bruckner sie mit Fragen löchert. Einfach ist es nicht den Polizisten ein paar „exklusive“ Geschichten zu entlocken.

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Während Beamter XY (Name der Redaktion bekannt) im Zuge einer Schwerpunktkontrolle gewissenhaft misst, ob auch ja kein Autofahrer zu schnell daher kommt, will die BVZ wissen, welche Verkehrskontrolle denn zu den kuriosesten gehörte, die er je erlebt hat.

Ein Strauß Rosen als Dankeschön für Strafe 

„Das war in meinem Fall jene Autofahrerin, die damals die Regelungen innerhalb des Kreisverkehrs wohl nicht wirklich verstanden hatte. Die gute Frau hatte 1,6 Promille im Blut und ist einfach kerzengrade über den Kreisverkehr gefahren. Als Ausrede kam dann, ihre Bremsen haben nicht funktioniert und als Dankeschön für den Führerscheinentzug hat uns die betrunkene Dame noch einen Strauß Rosen überreicht, den sie mit im Auto hatte,“ erzählt der Beamte lachend und sein Kollege wirft ein: „In unserem Job erlebst schon Sachen, die glaubt dir keiner, der nicht selbst dabei gewesen ist.“

In den Ranglisten für die schlechtesten Ausreden für Raser sei, so die Polizisten, die „Ach, hier ist eine 70er Beschränkung? Das hab ich gar nicht gewusst“ nach wie vor unangefochten auf Platz 1. Die meisten Autofahrer, die „geblitzt“ werden, bleiben in der Regel stehen und ab und an friert einem der Beamten schon mal fast die Hand ab, wenn er im Winter stundenlang die Radarpistole halten muss.

Bachkönig bereits mit drei spannenden Büchern

Ein Kollege aus Pinkafeld erzählt beim Besuch der BVZ von seinem schönsten Erlebnis während seiner jahrzehntelangen Dienstzeit. „Die Wanderroma aus Frankreich hatten damals wieder Station in der Stadt gemacht, als eine junge Frau der Gruppe ganz aufgelöst zu mir kam, weil ihr Vater schwer krank war. Der Mann hatte einen Herzinfarkt und wir haben ihn mit Blaulicht ins Krankenhaus gebracht und ihm so das Leben gerettet.“

Zwei aus der Beamten-Truppe haben übrigens noch andere, äußerst kreative, Fähigkeiten. Wolfgang Bachkönig ist seit 37 Jahren Polizist und Autor. Er hat bereits drei Bücher geschrieben. In seinem Werk „Tatort Burgenland“ - liefert der 58-Jährige auf 272 Seiten spannende Geschichten über Kriminalfälle, Katastropheneinsätze und Verkehrsunfälle, die das Burgenland bewegt haben.

„Das Buch gibt Einblick in die Ermittlungsarbeit der Polizei und bietet einen Rückblick auf spektakuläre Ereignisse aus der jüngsten Vergangenheit, ist aber auch eine Zeitreise in die Geschichte“, erzählt Bachkönig. Er berichtet in seinem Buch unter anderem über Tragödien auf dem Neusiedler See, den Absturz einer MIG 21 bei Andau oder den Mord eines Ex-Gendarmen an einer Kellnerin.

Halb Polizist, halb Karikaturist

Ein äußerst kreatives Hobby hat wiederum Polizist Gerald „Geronimo“ Koller. Der Beamte und Pressebeauftragte der Polizei war zwar schon während seiner Schulzeit ein begnadeter Zeichner, seine Laufbahn als Karikaturist begann aber eher durch Zufall.

„1998, war ich zum Geburtstag eines guten Freundes eingeladen und suchte lange nach einem passenden Präsent. Schließlich nahm ich nach jahrzehnten einfach Bleistift samt Radiergummi aus dem „Schulranzen“ meines Sohnes und karikierte den Jubilar. Das Geschenk rief bei vielen Gästen eine derartige Begeisterung hervor, dass ich noch am selben Abend einige Aufträge bekam,“ erzählt Koller.

Heute zieren seine Werke Wände in vielen Wohnungen. Karikaturen von „Geronimo“ finden sich auch in zahlreichen Kalendern und Broschüren.