Erstellt am 06. Mai 2015, 11:09

von Michael Pekovics

„Nichtehen“ sind alle gültig. Nach dem BVZ-Bericht der Vorwoche über möglicherweise ungültige Hochzeiten gibt es jetzt gute Nachrichten: Alle geschlossenen Ehen sind aufrecht und gültig.

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Der BVZ-Bericht der Vorwoche, wonach zahlreiche vermeintliche Ehepaare aus der Region gar nicht verheiratet sind, schlug hohe Wellen.



Bereits am Mittwochmorgen nach Veröffentlichung meldeten sich die ersten betroffenen Paare (siehe Zitate unten) bei der BVZ und schilderten ihre Erlebnisse.

Ehepaare werden jetzt umgehend informiert

Doch noch im Lauf dieses Tages sollte es die bereits vage angekündigte Lösung für die bis dahin Nicht-Ehepaare geben: Gemeinsam mit den zuständigen Ministerien – dem Justiz- und dem Innenministerium – und den Gemeinden wurde eine Lösung gefunden.

„Alle Ehepaare, die in Österreich geheiratet haben und deren Ehe in ein Ehebuch eingetragen wurde, gelten auch tatsächlich als verheiratet“, stellte Nicole Schlaffer von der Gemeindeabteilung klar.

Mittlerweile hat die Gemeinde auch schon ein diesbezügliches Schreiben bekommen, in dem sie aufgefordert wurde, die Ehepaare umgehend darüber zu informieren.

Suspendierter Standesbeamte schwieg

„Die Rechtslage ist bei allen Paaren dieselbe. Auch dann, wenn die Fälle doch noch weiter in die Vergangenheit zurückreichen sollten, als sie dies derzeit tun“, so Schlaffer weiter. Wie berichtet ermittelt ja die Korruptionsstaatsanwaltschaft wegen „Missbrauch der Amtsgewalt“.

Der suspendierte Standesbeamte wollte auf Anfrager der BVZ mit dem Hinweis auf ein laufendes Verfahren keine Stellungnahme abgeben. Der Tenor der interviewten Paare ist jedenfalls einhellig: Nicht der beschuldigte Standesbeamte sei schuld, sondern das System, das Trauungen außerhalb des Standesamts unnötig erschwere.

Auch der Ärger der Paare über die vergleichsweise höheren Kosten hält sich in Grenzen, dafür überwiegt meist die Dankbarkeit dafür, dass der Beamte den Paaren die Trauung dort ermöglicht hatte, wo sie das auch wollten.


Ehepaare zitiert: „Waren froh, dass uns überhaupt jemand verheiratet“

„Die aktuelle Situation hat mit Bürgerservice nichts zu tun und das hat schlussendlich zu diesem Drama geführt. Der jetzt beschuldigte Beamte hat doch nur geholfen. Viele andere Gemeinden wie Oberdorf (Anmerkung: KOI), Rotenturm oder Stinatz legen sich quer.“
Ehemann, Name der Redaktion bekannt

„Wir hätten ehrlich gesagt auch mehr bezahlt, als es uns damals gekostet hat. Schließlich waren wir äußerst froh darüber, jemanden zu finden, der uns dort traut, wo wir das auch wollten. Jetzt alles auf den Standesbeamten abzuwälzen, finden wir nicht in Ordnung.“
Ehepaar, Namen der Redaktion bekannt

„Als wir den Brief der Gemeinde bekamen, dachten wir, der Boden wir uns gerade weggezogen. Nach einem Gespräch mit einer Richterin und einem Telefonat mit der Landesregierung folgte die Antwort des Justizministeriums, dass unsere Ehe gültig ist. Ich hoffe nun, dass diese Sache damit all für alle mal aus der Welt ist.“
Ehefrau, Name der Redaktion bekannt