Erstellt am 26. Juni 2013, 00:00

Autohändler angeklagt. Betrug /  Werkstättenleiter soll auf Anweisung der Firmenchefs Kunden Ersatzteile verrechnet haben, die nicht eingebaut wurden.

SÜDBURGENLAND / In einem Autohaus sollen jahrelang Rechnungen manipuliert und falsche Garantiefälle gemeldet worden sein. Angeklagt wurden der im Mai 2010 entlassene Werkstättenleiter, der Seniorchef und die beiden im Betrieb tätigen Söhne. In 54 Fällen soll der Werkstättenleiter Ersatzteile über die Firma bestellt, aber für privaten Pfusch verwendet haben. Verrechnet sollen diese Teile nichts ahnenden Kunden worden sein.

Auf ähnliche Weise sollen auch alte Lagerbestände, die noch aus Verträgen mit einer anderen Automarke vorhanden waren, reduziert worden sein: Die nicht mehr benötigten, aber das Lager belastenden Teile wurden Kunden auf die Rechnung gesetzt. „Das macht keinen Sinn!“, bekannte sich der Seniorchef nicht schuldig. Er sei ahnungslos gewesen. „Im Gegenzug wurde die Arbeitszeit reduziert, damit dem Kunden nicht auffiel, dass er mehr zahlte“, erläuterte der Seniorchef das „System“ des Angestellten.

Er habe die vom Werkstättenleiter begangenen Malversationen durch Zufall im Mai 2010 entdeckt. Vorher sei es nicht aufgefallen, dass Ersatzteile in Rechnung gestellt wurden, die nicht zu den Fahrzeugen passten. Ein weiterer Vorwurf betrifft die Meldung von angeblich fingierten Garantiefällen, wobei der Importeur der vom Autohaus vertriebenen Marke betrogen worden sein soll. Dabei sollen auch Unterschriften gefälscht worden sein. „Wenn ein Garantiefall falsch verrechnet wurde, etwa behauptet wurde, dass eine Einspritzpumpe gewechselt wurde, dann hoben wir das Ersatzteil auf und bauten es bei einem anderen ein. So wurde die Einspritzpumpe zweimal bezahlt“, behauptete der Ex-Werkstättenleiter, der sich teilweise schuldig bekannte.

Verurteilt wurde am Montag wegen eines Teiles der ihm vorgeworfenen Fakten nur der Werkstättenleiter: bedingte Haft von acht Monaten und 6.000 Euro. Er nahm das Urteil an. Vertagt wurde der Prozess gegen die drei Autohändler – Vater und Söhne hatten sich nicht schuldig bekannt.