Erstellt am 14. Dezember 2011, 00:00

Bahn-Freunde warnen. VERKEHR / Kosten für Pendler haben sich nach Umstieg von Bahn auf Bus massiv gesteigert. „Sondierungsgruppe“ gebildet.

Früher gab es noch die Wahl zwischen Straße und Schiene – heute sind Pendler ohne Pkw auf den Bus angewiesen. Und der ist aufs Jahr gerechnet um etwas mehr als 400 Euro teurer.PEKO  |  NOEN
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VON MICHAEL PEKOVICS

REGION / Die Initiative „Pro Bahn Südburgenland“ lässt nicht locker. In einer Aussendung warnt sie vor einem „wirtschaftlichen Super-GAU, der das Südburgenland bedroht, weil die Einstellung des Güterverkehrs droht“. Bei einem Bahngipfel wurden kürzlich die ersten Weichen gestellt, wie dieses „Horrorszenario“ doch noch verhindert werden könnte (die BVZ berichtete).

Eine „Sondierungsgruppe Südostbahn“ wurde gegründet, sie besteht aus acht Personen – Bürgermeister, Eisenbahner, Industrie, Vertreter der Initiative, des Tourismus und des Verkehrsverbundes werden die weitere Vorgehensweise koordinieren und vor allem konkretisieren. „Die Arbeitsgruppe soll die Initiativen bündeln, den Bedarf der Region feststellen, Ziele definieren und ein alternatives Konzept entwickeln“, beschreibt „Pro Bahn“-Sprecher Dietrich Wertz.

Bedarf ist vorhanden: Für  Wirtschaft und für Pendler

Dass sowohl die Wirtschaft, wie etwa Unger Steel in Oberwart oder das Betonwerk Kölbl in Rechnitz, als auch die Pendler (siehe Artikel links) großes Interesse am Fortbestand des Güterverkehrs beziehungsweise an der Wiederaufnahme des Personenverkehrs haben, davon ist Wertz überzeugt. Er weist vor allem auf die für Pendler viel höheren Kosten hin: „Weil die Südburg die ÖBB-Vorteilscard nicht akzeptiert, müssen Pendler nun für den Bus um rund 400 Euro mehr pro Jahr zahlen, um nach Wien zu kommen.“ Wo da die von der Politik versprochene „Attraktivierung“ sei, kann Wertz nicht erkennen. „Pikant ist, dass Bundeskanzler Werner Faymann im Jahr 2007 in seiner Funktion als Infrastrukturminister die Strecke Oberwart-Friedberg als ‚eine sehr beliebte Nebenstrecke‘ bezeichnet hat“, ärgert sich Wertz.

Die burgenländische SPÖ wiederum macht sich auch für die Pendler stark und fordert eine Erhöhung der Pendlerpauschale: „Wir haben die Pendlerförderungen nach dem Verbraucherpreisindex um 3,9 Prozent erhöht“, sagt Pendlersprecher Wolfgang Sodl. „Jetzt ist Ministerin Maria Fekter am Zug.“