Erstellt am 14. September 2011, 00:00

Bahnhof als Abstellgleis, Güterverkehr in Gefahr?. VERKEHR / ÖBB will Geschwindigkeit auf 40 km/H senken und verwendet Bahnhof für 30 reparaturbedürftige Güterwaggons.

»Bremse unbrauchbar« steht auf diesem Zettel, der an einem abgestellten Güterwaggon hängt. Rund 30 derartige Waggons befindet sich derzeit auf den Gleisen des Oberwarter Bahnhofs.PEKOVICS  |  NOEN
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VON MICHAEL PEKOVICS

OBERWART / Rund sechs Wochen nach der Einstellung des ÖBB-Personenverkehrs Oberwart-Friedberg gibt es neue Hoffnung für die Bahnfreunde und den Verein „Pro Bahn Südburgenland“. Laut Landtagsabgeordneter Andreas Gottweis (ÖVP) gibt es ein gutes Angebot der Graz-Köflacherbahn für den Personenverkehr auf der angesprochenen Strecke:

Noch diese Woche Treffen  mit Vertretern des Landes

 

„Ich habe letzte Woche bereits ein Gespräch mit Landeshauptmann Hans Niessl gehabt, er hat gemeint, wir schauen uns das Angebot der Graz-Köflacher an und reden darüber.“ Noch diese Woche soll es laut Gottweis ein vorbereitendes Gespräch zwischen dem Verein „Pro Bahn“ und Vertretern des Landes geben: „Das Angebot der Graz-Köflacher kam auf Initiative des Gemeindebundes, einzelner ÖVP-Abgeordneter des Bezirks und Vertretern des Vereins zustande“, sagt Gottweis und hofft „auf Gespräche mit einem positiven Ende“.

Einen Strich durch diese Rechnung könnte nun aber die ÖBB machen. Denn derzeit wird geprüft, ob es sinnvoll ist, die Höchstgeschwindigkeit auf 40 Kilometer pro Stunde zu reduzieren. „Wir wollen dadurch herausfinden, ob das eine sinnvolle Maßnahme wäre, um den Güterverkehr eventuell auf längere Sicht aufrecht zu erhalten“, sagt ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif. Auf die Frage, ob der Güterverkehr in Oberwart gefährdet ist, konnte oder wollte Seif keine konkrete Antwort geben. Diesbezügliche Befürchtungen hat Dietrich Wertz vom Verein „Pro Bahn“: „Laut Rail Cargo Austria wäre eine Vervierfachung des Frachtaufkommens (Anmerkung: von 27.886 Tonnen auf 125.000 Tonnen) notwendig. Die Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit bedeutet einen weiteren Schritt in Richtung Streckenstilllegung und auch, dass Wettbewerbern die Grundlage entzogen werden soll.“

Kaputte Waggons werden  in Oberwart „geparkt“

 

Ebenfalls wenig positiv ist das derzeitige Erscheinungsbild des Bahnhofes in Oberwart: Rund 30 Güterwaggons stehen auf den nicht mehr verwendeten Gleisen – auf einigen von ihnen steht „Bremse unbrauchbar“. Warum diese Waggons dort stehen, kann auch Seif nicht hundertprozentig genau sagen: „Vielleicht aufgrund saisonaler Schwankungen oder wegen anstehender Reparaturen.“ Die Gerüchte rund um die Auflassung des Holzverladeplatzes stimmen laut Seif aber nicht: „Holz wird weiter verladen.“