Erstellt am 14. Mai 2016, 05:04

von NÖN Redaktion

Ballett als Lebenswerk. Was Gertraud Schober will, das kann sie. Außer es kommt ein Krieg dazwischen, oder ein Burgenländer.

Wird 90 Jahre alt. Gertraud Schober, Gründerin der Oberwarter Ballettschule. Foto: zVg  |  NOEN, Bernd Lang/zVg
Ausgerechnet in der Woche der Burgenländischen Tanztage (12. bis 15. Mai) feierte mit Gertraud Schober ein Urgestein der südburgenländischen Tanzszene ihren 90. Geburtstag (am Freitag, dem 13. Mai).

1960 gründete sie eine Ballettklasse, aufgrund des Engagements und der Produktivität der Schulleiterin und der Ballettlehrerinnen wurde die Schule 1970 zur städtischen Ballettschule ernannt.

Großes Ehrenzeichen vom Bundespräsidenten

Nach über 30 Jahren erfolgreicher Leitung übergab sie ihr Lebenswerk 1992 an die staatlich geprüfte Ballettpädagogin Katri Frühmann. Gertraud Schober wurde dafür vom Bundespräsidenten mit dem Professorentitel und von Land und Stadt mit dem Großen Ehrenzeichen ausgezeichnet.

Das Interesse für Ballett kam nicht von irgendwoher: „Ursprünglich wollte ich Pianistin werden, aber da kam der Zweite Weltkrieg dazwischen“, lacht die bald 90-Jährige, die sich dann für ein Gesangsstudium entschied und mehrere Preise einheimste. Eine Empfehlung für das Grazer Opernhaus lehnte sie damals ab – und tauschte den Platz auf der Bühne mit der Wiener Geburtsklinik

Der Liebe wegen zog sie dann ins Burgenland nach Oberwart und arbeitete sowohl als Volksschullehrerin als auch als Sängerin. Als Gründungsmitglied der Theodor Kery-Stiftung war sie auch mehr als 30 Jahre lang Sprecherin des wissenschaftlichen Beirates in der Sparte Musik und Darstellende Kunst.

„Und heute bin ich 90 und glaube es kaum“, sagt die rüstige Rentnerin, die – als ehrenamtliche Helferin wohlgemerkt - aktiv in der Bastelgruppe des Altersheim ist und dort ihre künstlerischen Ambitionen auslebt.