Erstellt am 23. September 2015, 06:22

von Elisabeth Kirchmeir

Bei Beziehungsstreit in Po geschossen?. Seine schwangere Freundin soll ein 29-jähriger Mann verletzt haben. Vor Gericht aussagen wollte die Frau nicht.

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Ein sechsfach vorbestrafter 29-jähriger Mann musste sich am Montag dieser Woche vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft warf ihm unter anderem vor, seiner Freundin mit einem Luftdruckgewehr ins Gesäß geschossen zu haben.

Drohung, „das Kind herauszutreten“

Röntgenaufnahmen sollen zeigen, dass sich im Gesäß der Frau tatsächlich ein Projektil befindet. Der Angeklagte bestritt jedoch, der Frau diese Verletzung zugefügt zu haben.

Zwar habe seine Freundin zwei Luftdruckgewehre besessen, diese habe er aber nie in der Hand gehabt, so der Mann, gegen den wegen eines früheren Deliktes ein Waffenbesitzverbot besteht.

Im August dieses Jahres soll er gegen seine schwangere Freundin handgreiflich geworden sein und dieser angedroht haben, „das Kind herauszutreten“. Gegenüber einer Vertrauensperson seiner Freundin soll er geäußert haben, er werde seine Freundin „ung’schauter niederhauen“.

19-Jährige entschlug sich der Aussage

„Das ‚ung’schaut‘ habe ich gar nicht in meinem Wortschatz“, erwiderte der Angeklagte. Er habe nur angekündigt, seine Freundin würde „sicher mal eine kriegen“, wenn „die Scheiße nicht aufhört“.

Die 19-jährige Freundin des Mannes, der am 9. September in U-Haft genommen wurde, gab bekannt, dass die Lebensgemeinschaft mit dem Angeklagten nach wie vor aufrecht sei. Bei aufrechter Lebensgemeinschaft besteht für Zeuginnen die Möglichkeit, sich der Aussage zu entschlagen. Von diesem Recht machte die junge Frau Gebrauch.

Alle Vorwürfe, die allein auf ihrer Aussage beruhten, konnten somit nicht mehr weiterverfolgt werden. Ungeklärt blieb, wie es zu der Schussverletzung am Gesäß der Frau kam.

Verurteilt wurde der Mann wegen der gegenüber der Vertrauensperson geäußerten gefährlichen Drohung. Er muss eine Haftstrafe in der Dauer von fünf Monaten verbüßen und nahm dieses Urteil an.