Erstellt am 21. Januar 2015, 06:44

von Daniel Fenz

Rettung: Zwei Schulen helfen sich gegenseitig. Dank erster bezirksübergreifender Zusammenarbeit bleiben die Neuen Mittelschulen Bernstein und Lockenhaus geöffnet.

Sieht nur Vorteile. Bürgermeisterin Renate Habetler (SPÖ) begrüßt die Lösung für die NMS.  |  NOEN, Pekovics
Die Neue Mittelschule Bernstein bleibt auch im kommenden Schuljahr 2015/16 bestehen, obwohl nicht einmal mehr 60 Kinder die Bildungseinrichtung besuchen. Das erst im Juni 2013 beschlossene Gesetz schreibt allerdings eine Mindestschüleranzahl von 80 vor. Wird das nicht erreicht, muss die Schule schließen.

„Unterricht in kleineren Klassen wertvoller“

Nun gelang es den Verantwortlichen in Bernstein aber, eine Kooperation mit der Neuen Mittelschule Lockenhaus (derzeit 76 Schüler) auf die Beine zu stellen. Das konkrete Konzept dazu wird derzeit von Martina Farkas, Direktorin in Lockenhaus, und Margarete Kranawetter, Schulleiterin in Bernstein, ausgearbeitet. Auch die Oberpullendorfer BVZ berichtet zum Thema:

„Mir ist es besonders wichtig, dass dadurch beide Schulstandorte erhalten bleiben können“, sagt Bernsteins Bürgermeisterin Renate Habetler, deren Schule angesichts der geringen Schülerzahlen tatsächlich von der Schließung bedroht gewesen wäre. Denn eine Zunahme der Schülerzahlen sei angesichts der demografischen Entwicklung in den kommenden Jahren kaum zu erwarten.

„Aber der Unterricht in kleineren Klassen ist für die Schüler auf jeden Fall wertvoller“, sieht Habetler darin auch Vorteile. Auch die Eltern sollen profitieren, nämlich dadurch, dass große Projekte wie etwa Skikurse oder Landschulwochen künftig weniger kosten werden, weil durch die große Zahl von Kindern günstigere Angebote erwartet werden.

Kooperation als Beispiel für andere Schulen

Wie die Zusammenarbeit künftig konkret aussehen wird, weiß Heinz Zitz, Präsident des Landesschulrates: „Die NMS Bernstein wird eine Expositur und von Lockenhaus aus geführt, damit können wir beide Standorte für die Zukunft absichern.“

Die Kooperation sei burgenlandweit einzigartig und könnte Vorbild für weitere Zusammenlegungen sein, um Standorte zu erhalten. „Mein Zugang ist folgender: Mit allen Beteiligten reden und das Beste für die Kinder machen“, betont Zitz.

Derzeit wird an der sinnvollen Verknüpfung der pädagogischen Konzepte der beiden Schulen gearbeitet, auch gemeinsame Projekte sind geplant. Schon jetzt hat man bei Schwimmtagen, Skikursen und Musicalfahrten kooperiert und es gibt auch einen Lehrer, der bereits an beiden Schulen unterrichtet. Direktorin wird Martina Farkas, weil die NMS Lockenhaus die größere der beiden Schulen ist.

Zwischen den Orten gibt es eine sehr gute Busverbindung mit einer Fahrzeit von nur 20 Minuten. Die Bernsteiner Kinder werden trotzdem wie bisher unterrichtet. „Sie müssen auf keinen Fall pendeln“, schließt Habetler diese Variante aus.