Erstellt am 23. November 2011, 00:00

Bezirk hat immer die meisten Arbeitslosen. WIRTSCHAFT / Rätselhafter Bezirk Oberwart: Trotz starker Wirtschaft ist die Arbeitslosenquote traditionell am höchsten.

VON MICHAEL PEKOVICS

OBERWART / Den Grund, warum der Bezirk Oberwart immer die höchste Arbeitslosigkeit aufweist, weiß niemand so genau. Weder das Arbeitsmarktservice (AMS) noch die Wirtschaftskammer können eine Begründung dafür liefern. Erstaunlich ist das vor allem deswegen, weil der Bezirk Oberwart im Vergleich zu den beiden südlichen Bezirken Güssing und Jennersdorf mehr Wirtschaftskraft aufweist.

Bezirke entwickeln sich  ähnlich, Oberwart liegt vorn

 

„Faktum ist, dass die Bezirke ein gewisses Niveau haben, das sich in den vergangenen Jahren in derselben Bandbreite entwickelt“, sagt Ronald Rasser, Regionalstellenleiter der Wirtschaftskammer in Oberwart. Die Entwicklung sei grundsätzlich in allen Bezirken ähnlich, nur Oberwart habe eben den höchsten Anteil an Arbeitslosen. „Der Bezirk liegt im Österreichtrend, mit einem Anstieg ab August“, weiß AMS Oberwart-Chef Dietmar Strobl. „Aber erfreulicherweise sind auf das ganze Jahr bezogen um fast sieben Prozent weniger arbeitssuchende Personen vorgemerkt als noch 2010.“ Gesunken sei etwa auch die durchschnittliche Vormerkdauer. Einen Rückgang gibt es aber auch bei der Anzahl der offenen Stellen: „Wir wollen nun im Rahmen von Betriebsbesuchen diesem Trend entgegenwirken“, sagt Strobl.

Am Lehrstellenmarkt ist die Situation ähnlich: 48 Jugendliche suchen eine Stelle, nur zwölf Plätze sind zu vergeben. „Aber eine Lehrstellenförderung ist unter Voraussetzung gewisser Kriterien möglich“, sagt Strobl und verweist auch auf einen möglichen „Eintritt in Lehrwerkstätten“ oder „Höherqualifizierung durch Kurse“.

Nach wie vor besteht ein  Mangel an Facharbeitern

 

Nach wie vor gibt es aber zu wenig Facharbeiter. „Wir sind ständig auf der Suche – so wie eigentlich schon immer“, sagt Rasser. „Wir können den Bedarf an Facharbeitern einfach nicht abdecken.“ Strobl bestätigt und verweist gleichzeitig auf den Start der Lehrwerkstätte „Mechatronik“: „Zwölf Jugendliche haben am 3. Oktober mit der Ausbildung begonnen und werden nach dem Abschluss gefragte FacharbeiterInnen sein.“

Eine Prognose, wie sich der Arbeitsmarkt entwickeln wird, wollen weder Rasser noch Strobl abgeben. „Das hängt von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ab, jetzt eine Schätzung abzugeben, das wäre nicht seriös“, sagt Strobl.

Stabil: Der Bezirk weist schon immer die höchste Arbeitslosenquote auf. Zuletzt hat sich die Situation aber gebessert: 2008 (8,8 Prozent), 2009 (9,9 Prozent) und 2010 (9,2 Prozent) war die Quote höher.