Erstellt am 03. September 2014, 09:06

von Elisabeth Kirchmeir

In Trafik Geld geklaut. Eine 33-jährige Mitarbeiterin soll in einer Trafik 50.000 Euro gestohlen haben, sie gab nur 5.000 Euro zu.

 |  NOEN, Erwin Wodicka
Wegen schweren gewerbsmäßigen Diebstahls musste sich am Montag dieser Woche eine 31-jährige Frau aus dem Bezirk Jennersdorf vor Richterin Karin Lückl verantworten.

Die Staatsanwaltschaft warf der Frau vor, in der Trafik, in der sie von 2011 bis Juni 2014 gearbeitet hatte, rund 50.000 Euro gestohlen zu haben.

„Es begann mit kleinen Beträgen von ca. zwei Euro“

Die Frau soll, um die Diebstähle zu vertuschen, in zahlreichen Fällen Storni in die Kasse eingetippt und das Bargeld entnommen haben. Nachdem sie von ihren Arbeitgebern auf die hohe Zahl der Storni hingewiesen worden war, seien diese stark zurückgegangen.

„Es begann mit kleinen Beträgen von ca. zwei Euro“, gab die Beschuldigte vor Gericht die Diebstähle zu. Später habe sie dann jeweils 10 bis 20 Euro gestohlen. Insgesamt habe sie einen Schaden von maximal 5.000 Euro verursacht, so die 33-Jährige, keineswegs habe sie jedoch eine Summe von insgesamt fast 50.000 Euro gestohlen.

Videoüberwachung enttarnte die Diebin

Auf die Schliche gekommen war man ihr im Zuge einer Videoüberwachung. Die Aufnahmen zeigen, dass die Verdächtige teilweise mehrmals am Tag Bargeld an sich nahm.

„Ich weiß, dass ich den Fehler gemacht habe, dazu stehe ich auch“, sagte sie. Warum sie zur Diebin wurde, konnte die Frau nicht sagen. Sie sei jedenfalls nicht kleptomanisch veranlagt.

Laut Buchhaltung verzeichnete die Trafik in den Jahren 2012 und 2013 Abgänge von mehr als 20.000 Euro. Seit der Entlassung der Mitarbeiterin soll die Eingaben-Ausgaben-Rechnung wieder positiv sein, gab der Gatte der Trafik-Inhaberin zur Auskunft.

Zehn Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung

Im Zuge der Gerichtsverhandlung überreichte die Beschuldigte der Trafikantin 5.000 Euro in bar als Schadensgutmachung.

Verurteilt wurde sie zu zehn Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung. Die exakte Schadenssumme lasse sich nicht mehr feststellen, so die Richterin. Sie gehe aber davon aus, dass der Schaden den juristisch relevanten Grenzbetrag von 3.000 Euro mehrfach übersteige. Die Trafikbesitzerin wurde mit ihren Ansprüchen auf den Zivilrechtsweg verwiesen.

Der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab, die Beschuldigte nahm das Urteil an, dieses ist nicht rechtskräftig.