Erstellt am 03. Juni 2015, 09:43

Drobits von Platz acht auf Platz zwei. SPÖ-Kandidat hievt sich mit Vorzugsstimmenwahlkampf in den Landtag. Die FPÖ erreicht im Ortsteil Edlitz 41,5 Prozent.

Verluste für Partei, aber Top-Ergebnis bei den Vorzugsstimmen für Christian Drobits (r.). Der Regionalstellenleiter der Arbeiterkammer war regelmäßig am Wochenmarkt anzutreffen. Am Bild mit Jürgen Zimara (l.) und Gemeinderat Ewald Gossy. Fotos: Pekovics  |  NOEN, Michael Pekovics/BVZ

Statistisch gesehen gibt es bei dieser Wahl gleich einige Ausreißer beziehungsweise Unregelmäßigkeiten. So sind etwa die Ergebnisse aus den Ortsteilen aufgrund des vorgezogenen Wahltags nur bedingt mit jenen von 2010 zu vergleichen. Wer nämlich seine Stimme am Freitag abgegeben hat, wird der Stammgemeinde und nicht dem Ortsteil zugerechnet.

Auffällig ebenfalls, dass die Wahlbeteiligung zwar in allen Orten leicht bis stark gestiegen ist, insgesamt aber weniger Menschen zur Wahl gingen als 2010. Der Grund dafür liegt bei den Wahlkarten, die dieses Mal in den Gemeinden und nicht in der Bezirkswahlbehörde, also der Bezirkshauptmannschaft, ausgezählt wurden.

Nur noch fünf Orte mit „absoluter Mehrheit“

Generell ziehen sich die Verluste von SPÖ und ÖVP und die Gewinne von FPÖ und Grünen sowie LBL wie ein roter Faden durch den Bezirk. Neben den „klassischen“ roten Hochburgen wie Rotenturm, Grafenschachen und Bernstein, gibt es auch die schwarzen Orte wie Schachendorf und Badersdorf, wo die beiden Großparteien noch über eine „absolute Mehrheit“ verfügen.

Auffallend ist auch, dass die SPÖ in den Gemeinden entlang der Bahnstrecke starke Verluste hinnehmen musste (Oberwart -10 Prozent, Rechnitz -13,5 Prozent, Riedlingsdorf -15 Prozent) – nur in Pinkafeld fiel das Minus moderater aus (-5,1 Prozent).

Die FPÖ konnte in gleich drei Gemeinden über Stimmenanteile von über 25 Prozent jubeln (Kemeten 29,3 Prozent, Litzelsdorf 26,6 Prozent, Mariasdorf 25,0 Prozent).

Die Grünen waren neben Oberschützen, der Heimatgemeinde von Spitzenkandidat Wolfgang Spitzmüller, vor allem in Litzelsdorf (10,8 Prozent) und Bad Tatzmannsdorf (10,4 Prozent) stark. Der Zugewinn von 5,8 Prozent in Hannersdorf begründet sich darin, dass der Jugendkandidat Pierre Erler Stimmung für Grün machte.

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Den vielleicht größten persönlichen Erfolg verbuchte Arbeiterkammer-Regionalstellenleiter Christian Drobits: Der SPÖ-Kandidat war auf der Bezirksliste nur auf Platz acht gereiht, schaffte es aber mit 3.540 Vorzugsstimmen auf den zweiten Platz und liegt nur 155 Stimmen hinter Landesrat Helmut Bieler.

„Ich bin stolz und irrsinnig zufrieden, weil ich mein Ziel, Politik machen zu dürfen, erreicht habe“, sagte Drobits in einer ersten Reaktion. Jetzt freue er sich auf die bevorstehenden Aufgaben. Ob sich diese mit seinem Job vereinbaren lassen, müsse in einem Gespräch mit AK-Präsident Alfred Schreiner geklärt werden.

Persönlich zufrieden dürfen auch zahlreiche andere Spitzenkandidaten wie Bernd Arthofer (LBL, 20,9 Prozent in Buchschachen) sein. Und das beste Ergebnis in einem Ortsteil für die FPÖ setzte es in der Gemeinde Dt. Schützen: In Edlitz erreichte die FPÖ 41,5 Prozent und liegt nur noch knapp hinter der ÖVP.