Erstellt am 14. September 2017, 11:57

von Vanessa Bruckner und Michael Pekovics

Gemeinderatswahl 2017: Generationen im Amt. Die Gemeinderatswahlen läuten einen Generationswechsel in den Amtsstuben ein. Neben den „Jungspunden“ gibt es aber auch einige alte „Haudegen“. V

SPÖ Großpetersdorf. Unter den insgesamt 50 SPÖ-Kandidaten für die Gemeinde befinden sich 19 Frauen, das ergibt einen Anteil von immerhin 38 Prozent. Landtagsabgeordnete Doris Prohaska ist jedenfalls stolz auf ihr Team.  |  BVZ, zVg

Die Zukunft des Landes ist jung und voller Tatendrang. Bei den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen, die am 1. Oktober, stattfinden macht sich ein Generationenwechsel in den Gemeindeämtern des Bezirks bemerkbar.

Generationenwechsel steht bevor

Das fängt beim 19-jährigen SPÖ Kandidaten Philip Dirnbeck aus Rotenturm an, geht über den 24-jährigen ÖVP-Bürgermeisterkandidaten Daniel Ziniel aus Badersdorf an und endet bei den Polit-Haudegen Richard Loidl (SPÖ Grafenschachen), Helmut Gabriel (ÖVP Oberwart) und Klara Liszt (ÖVP Unterwart).

Jungpolitiker setzen auf Fairness. In Badersdorf haben sich ÖVP-Spitzenkandidat Daniel Ziniel (24 Jahre) und SPÖ-Herausforderer Sven Baumgartner (32 Jahre) auf ein Fairnessabkommen verständigt. „Vor der Wahl ist nach der Wahl – wir wollen auch nach dem 1. Oktober produktiv weiterarbeiten“, sind sich die beiden einig.  |  BVZ, zVg

Vor allem letztere ist eigentlich das Gegenargument gegen den Generationenwechsel, will sie doch mit 66 Jahren zum ersten Mal in ihrem Leben Bürgermeister werden. „Mit 66 fängt da Leben ja bekanntlich erst an“, lacht die Unterwarter „Jungpolitikerin“ und ehemalige Wiener Bezirksparteivorsitzende. „Gemeindepolitik ist viel persönlicher, ich mag den direkten Kontakt zu den Leuten im Ort und kann so auch besser auf ihre Wünsche und Sorgen eingehen.“

Noch-Bürgermeister Josef Horvath (ÖVP) über seine potentielle Nachfolgerin: „Klara ist politisch exzellent versiert und außerdem ein cooler Typ. Ich habe keine Sorge, dass sie für den Job zu alt ist.“

„Meine fehlende Erfahrung kompensiere ich mit einem tollen Team"

Dass er nicht „zu jung“ für die Aufgaben eines Bürgermeisters ist, hat Badersdorfs amtierender Ortschef Daniel Ziniel (ÖVP) bereits bewiesen. „Meine fehlende Erfahrung kompensiere ich mit einem tollen Team, wo mir auch ältere Personen zur Seite stehen.“

Frauen als Bürgermeisterkandidatinnen sind dennoch nach wie vor die Ausnahme, nur acht weibliche Anwärterinnen gibt es im Bezirk: Renate Habetler (SPÖ Bernstein), Barbara Baldasti (ÖVP Bad Tatzmannsdorf), Stefanie Karlovits (FPÖ Hannersdorf), Ingrid Ulreich (SPÖ Oberschützen), Ilse Benkö (FPÖ Oberwart) Maria Racz (Grüne Oberwart), Maria Samer (ÖVP Rotenturm) und Ilse Jägerbauer (FPÖ Wiesfleck).

Die meisten weiblichen Kandidaten insgesamt gibt es in Großpetersdorf: Gleich 19 der 50 Kandidaten sind Frauen (38 Prozent), den höchsten Anteil (41 Prozent) in Riedlingsdorf.