Erstellt am 06. Mai 2015, 11:11

von Elisabeth Kirchmeir

Kein Betrug, aber Haft für Tierquälerin. Vom Vorwurf des Betruges wurde Südburgenländerin freigesprochen, Haft jedoch für Tierquälerei und Veruntreuung.

 |  NOEN, www.BilderBox.com
Eine 31-Jährige, die in Ungarn eine Art Tierheim betrieb, musste sich am Landesgericht wegen Betrug, Veruntreuung und Tierquälerei verantworten. Ein Jahr lang soll sie drei Frauen dazu verleitet haben, ihr mehr als 5.500 Euro zu bezahlen. Im Gegenzug würde sie sich um ihre Tiere kümmern, hatte die Südburgenländerin behauptet.

Geld für private Zwecke statt für Tiere verwendet

Ebenso soll die Frau einen Verein getäuscht haben, der sich der Versorgung von Straßenhunden und der Aufklärungsarbeit in Österreich und Ungarn widmet. Vom Konto dieses Vereins soll die Angeklagte knapp 3.000 Euro abgehoben haben. Doch anstatt das Geld für Futter und Tierarztkosten zu verwenden, soll sie es für private Zwecke ausgegeben haben.

Die Anklage warf der Frau außerdem vor, sie habe Pferde, Hunde, Meerschweinchen und Hasen nicht ausreichend versorgt und kranke Tiere nicht behandeln lassen, so dass einige Tiere sogar verendeten.

„Sie glaubt nicht, dass sie eine Tierquälerin ist“

In der Vorwoche sagte eine Frau als Zeugin aus, die ihre Pferde im Juli 2012 bei der Angeklagten eingestellt und dann, wegen ihres weit entfernten Wohnortes, monatelang nicht mehr gesehen hatte. Von Vertreterinnen jenes Vereins, mit dem die Angeklagte zusammengearbeitet hatte, erfuhr sie, dass die Tiere an Durst und Hunger gelitten haben sollen.

„Wenn ich Geld für Futter bezahle, erwarte ich, dass die Tiere gefüttert werden“, sagte die Zeugin. Eine andere Zeugin berichtete, sie sei wöchentlich am Tierhof gewesen. Oft hätten die Pferde kein Futter bekommen, die Hufe seien nicht gepflegt worden, es sei nicht ausgemistet worden.

Vom Vorwurf des Betrugs wurde die Frau freigesprochen. Schuldig gesprochen wurde sie wegen Tierquälerei, Veruntreuung und Untreue. „Sie glaubt nicht, dass sie eine Tierquälerin ist“, sagte Verteidiger Rudolf Holper. Vermutlich sei seine Mandantin überfordert gewesen. Die Frau nahm das Urteil an, die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab.