Erstellt am 22. Oktober 2014, 10:49

von Vanessa Bruckner

Hochwasserschutz: Geld gegen Fluten. Gemeinden investieren jetzt in trockene Zukunft. Manche Projekte scheitern aber an Grundeigentümer

 |  NOEN, BilderBox.com (BilderBox - Erwin Wodicka)
„Die starken Regenfälle haben gezeigt, dass unser Hochwasserschutz an einigen Stellen sprichwörtlich noch undicht ist“, bringt es Kohfidischs Ortschef Norbert Sulyok auf den Punkt.

Auch Rotenturm lässt die Bagger anrollen

Deshalb werden die Bäche Richtung Badersdorf in den kommenden Monaten gesäubert um, so Sulyok, „die Abflussgeschwindigkeit zu erhöhen.“ Außerdem wird die Brücke beim Gerentbach neu gebaut. Höher soll sie werden. Seit 2009 investiert man laufend in Hochwasserschutzprojekte. Über 100.000 Euro sind dafür bereits geflossen.

Auch Rotenturm lässt die Bagger anrollen, um künftig gegen große Wassermassen gewappnet zu sein. Bürgermeister Josef Halper kämpft in punkto Hochwasserschutz allerdings nicht nur gegen Naturgewalten.

„Einige Grundeigentümer weigern sich bereits seit Jahrzehnten notwendige Landstriche an die Gemeinde zu verkaufen. Konkret geht es um den Fenekgraben, der die Wassermassen der letzten Monate nicht mehr fassen konnte. Große Teile Ackerland wurden dadurch schon mehrmals überflutet“, erzählt Halper.

Badersdorf baut ersten Hochwasserschutz

Ein „Damm“ ist nach fünfjährigem Kampf jetzt allerdings gebrochen. „Der Grundeigentümer für das geplante Hochwasserschutzprojekt auf Höhe des Sportplatzes hat Einsicht gezeigt. Damit können wir im kommenden Jahr mit der Realisierung von zwei Rückhaltebecken, Höhe Sportplatz und beim Hochbehälter, beginnen und schaffen somit Schutz für einen Großteil von Rotenturm.“ Die Ausschreibung für die Planung ist bereits raus, gebaut werden soll mit Hilfe von Privatfirmen.

Eine Gemeinde, die bis dato noch keinen Hochwasserschutz hat, ist Badersdorf. Das soll sich jetzt aber ändern.

„Wir errichten einen Damm vom Sportplatz bis zur Brücke neben dem Feuerwehrhaus. Das Projekt ist bereits bewilligt, Baubeginn ist 2015,“ berichtet Bürgermeister Franz Heiden und fügt an „beim unteren Ortsteil gibt es Widerstand vonseiten der Grundeigentümer, die notwendige Grundstücke nicht verkaufen wollen. Deshalb wird vorerst nur der obere Ortsteil für das berühmt berüchtigte 30-jährige Hochwasser gerüstet sein.“