Erstellt am 14. September 2016, 12:17

von Elisabeth Kirchmeir

Konflikt beim Pinkeln. Einem Asylwerber schlug ein Mann ins Gesicht und brach ihm dabei den Unterkiefer. Jetzt wurde er verurteilt.

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„Herr Rat, ich möchte ein Geständnis ablegen!“, erklärte der 44-jährige Angeklagte gleich zu Beginn des Prozesses übereifrig. Allerdings saß er dabei nicht wie geplant leibhaftig vor Richter Wolfgang Rauter, sondern sprach am Bezirksgericht Oberwart in die Kamera, wohin seine Gattin vorgeladen worden war, die per Videokonferenz einvernommen werden sollte.

Die Mitfahrgelegenheit nach Eisenstadt sei ihm abhanden gekommen, so der Angeklagte. Er wurde aus formalen Gründen in Abwesenheit verurteilt. Was war geschehen? Am 5. März dieses Jahres war der Angeklagte bei einer Ausspeisung in Oberwart auf einen Asylwerber aus der Mongolei getroffen. Beide Männer verrichteten im Freien ihre Notdurft, auch die Ex-Gattin des Angeklagten war zugegen.

Schlag brach Asylwerber das Unterkiefer

„Da zeigte er ihr das Zumpferl und lachte“, berichtete der Angeklagte. Daraufhin sei es zu einer Rangelei gekommen. „Und ich gab ihm eine“, fügte der 44-Jährige, der nach seiner Arbeitslosigkeit nun wieder einen Job gefunden hat, lapidar hinzu.

Der Schlag ins Gesicht war heftig: Er brach dem Asylwerber das Unterkiefer. Ein gesunder Zahn musste gezogen werden, zwei Zähne wackeln. „Zwei Wochen lang hatte ich starke Schmerzen. Im Oktober muss ich noch einmal operiert werden“, berichtete der mongolische Staatsbürger. Das Schmerzensgeld beläuft sich auf mindestens 10.000 Euro. Der Angeklagte signalisierte Bereitschaft, diesen Betrag zahlen zu wollen.

Der Richter verurteilte den Angeklagten wegen schwerer Körperverletzung, verhängte eine unbedingte Haftstrafe von acht Monaten und empfahl dem Angeklagten, um Haftaufschub anzusuchen. Wenn der Mann seiner Arbeit nachgeht und Schadensgutmachung leistet, könnte die unbedingte Haftstrafe in eine Bewährungsstrafe umgewandelt werden.