Erstellt am 08. August 2016, 08:28

von LPD Burgenland

Täter gaben sich als Chef aus: Firmenbetrug verhindert. Täter als Firmenchef wollten Mitarbeiterin einer international tätigen Firma mit Sitz im Bezirk Oberwart zu Geldüberweisungen verleiten. Ihre Masche: Sie gaben sich als "Firmenchef" aus.

"Geld her": Täter gaben vor, als Firmenchef eine Überweisung anzuordnen. Foto: BilderBox  |  NOEN, BilderBox

Die Unbekannten versuchten laut Aussendung der Polizei über die Mitarbeiterin des Unternehmens eine Auslandsüberweisung durchführen zu lassen.

Dabei übermittelten sie an die Firmenanschrift ein Mail mit der Absenderadresse des Geschäftsführer (chief executive officer/CEO), der sich im Ausland befand. In diesem Mail wurde die Angestellte beauftragt, dringend eine Auslandsüberweisung von 20.000 Euro an eine Adresse in den USA/Houston durchzuführen.

Obwohl es in der Firma durchaus Usus ist, dass von der Geschäftsleitung Überweisungen per Mail angeordnet werden, wurde die Mitarbeiterin misstrauisch und führte keine Überweisung durch. Nach Rückfrage beim tatsächlichen Geschäftsführer und Aufdeckung des Betrugsversuchs erstattete man Anzeige.

 Laut Polizeisprecher Helmut Greiner sind in Deutschland schon mehrere ähnliche Fälle bekannt. Auch in Österreich gebe es bereits eine höhere Schadenssumme.

Polizei warnt und gibt Ratschläge

Die Landespolizeidirektion Burgenland warnt vor dieser neuen Betrugsmasche und gibt Tipps dazu:

  • Erhöhte Aufmerksamkeit bei E-Mails, in denen die Überweisung hoher Summen gefordert wird.
  • Zahlungsanweisungen per E-Mail hinterfragen, auch wenn sie über das interne Firmennetz versendet werden.
  • Überprüfen, ob der im Feld „Empfänger“ angezeigte Name auch zu der „dahinter“ befindlichen Mail-Adresse gehört. Bei vielen E-Mail-Programmen werden Name und Adresse angezeigt, wenn man mit dem Mauszeiger über den angezeigten Namen fährt.
  • Form und Schreibweise in solchen Anweisungen beachten: schlechte Übersetzungen und Rechtschreibfehler sind ein Indiz für Betrugsfälle.
  • Wer bereits eine Überweisung veranlasst hat, soll mit der Bank die Möglichkeit einer Rückbuchung erörtern.
  • Klare, transparente Regeln im Unternehmen -  Mitarbeitersensibilisierung.
  • Strikte Einhaltung eines Vier-Augen-Prinzips bei Geldzahlungen.
  • Rasche Mitarbeiterinformation bei verdächtigen E-Mails oder anrufen
  • Festlegen von Höchstgrenzen für Überweisungen.
  • Festlegen von Vorgehensweisen für Entscheidungen (z. B. Geschäftspartner ändert seine Kontonummer).
  • Wer geschädigt wird, sollte umgehend eine Anzeige in einer Polizeiinspektion oder unverzüglich unter 059133 erstatten.