Erstellt am 23. März 2011, 00:00

BH verordnet Auflagen, „Unmut“ der Gemeinde. FERNHEIZKRAFTWERK / Keine Fische in Pinka bei Pinkafeld, auch das Grundwasser könnte von Verunreinigungen betroffen sein.

Das Fernwärmeheizwerk wird von der Pinka regelrecht »umschlungen«. Am Ufer finden sich starke Verunreinigungen. Vermutet wird, dass Jauche in der Pinka entsorgt wird. google maps/PEKOVICS  |  NOEN
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VON MICHAEL PEKOVICS

PINKAFELD / Im Jahr 2007 wurde Burgenlands größte Biogasanlage, das Fernheizkraftwerk in Pinkafeld, eröffnet. Seit damals gab es immer wieder Aufregung, vor allem wegen des Gestanks. Aktuell geht es um die Verunreinigung der Pinka. Im Heizwerk werden pro Jahr rund 21.000 Tonnen Maissilage verarbeitet.

Schon seit rund einem Jahr gibt es kaum noch Fische zu fangen, obwohl regelmäßig Forellen und Äschen eingesetzt werden – zuletzt mehr als 500 Stück im März 2010. Die Sportfischer rund um Fischereischutzorgan Ernst Schmaldienst schlagen Alarm. Ihrer Meinung nach sind Abwässer aus dem Fernheizwerk dafür verantwortlich.

Aber nicht nur bei den Fischern, auch bei der Gemeinde und dem Abwasserverband wächst der Unmut über die Verschmutzungen durch die Fernwärme. „In unserer Kläranlage wurden Maiskörner gefunden, wir sind gerade dabei Nachforschungen anzustellen“, erklärt Bürgermeister Kurt Maczek (SPÖ) und stellt sich hinter die Fischer. „Wir haben zwar noch keine Beweise, aber wenn es stimmt, dass von der Fernwärme etwas in die Gewässer eingeleitet wird, dann ist das nicht die feine englische Art.“

BH schreibt Betreiber  einige Auflagen vor

Auf der Bezirkshauptmannschaft Oberwart ist der Fall natürlich bekannt. „Wir haben Verunreinigungen von Sickerwässern festgestellt“, weiß Dr. Helmut Nemeth, derzeit laufe ein gewerberechtliches Verfahren. „Wir haben dem Betreiber des Fernwärmeheizwerks einige Auflagen vorgeschrieben, weil Teile der Anlage nicht dem Stand der Technik entsprechen.“ Dabei gehe es um die Dichtheit von Bodenplatten und andere Verbesserungsmaßnahmen. Zudem muss die Fernwärme, laut Nemeth als „Sofortmaßnahme“, eine rund zwei Meter tiefe Drainage einziehen und das kontaminierte Schichtwasser in einem Schacht sammeln. Für die anderen Auflagen seien Fristen von einigen Wochen vorgesehen. Innerhalb von drei Monaten muss laut einem der BVZ vorliegenden Dokument, das auch von „massiven Belastungen des 1,5 bis zwei Meter tief gelegenen Schichtwassers“ spricht, die Fernwärme zudem „ein Konzept zur Beseitigung der baulichen Mängel und zur Vermeidung des Eintritts von Niederschlagswässern erarbeiten“. Mittels im Jänner installierter Sonden im betreffenden Bereich wird die Zusammensetzung des Schicht- und Sondenwassers überprüft.

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Jauche in Pinka entsorgt?  Noch fehlen Beweise

Ein weiteres Ärgernis ist das Gerücht, dass Gülle transportierende Fahrzeuge Wasser aus der Pinka entnehmen und Reste der Jauche im Fluss entsorgen. Aber auch hier fehlen Beweise. Beim Lokalaugenschein der BVZ (siehe Foto oben) waren aber deutlich schwarze Verfärbungen des Bodens sowie durch den Regen verwaschene Reifenspuren im tiefen Boden erkennbar. Zudem gibt es die Sorge, dass das Grundwasser durch die ständigen Versickerungen in Mitleidenschaft gezogen werden könnte. Schließlich zieht die Pinka eine Schleife um das Heizwerk (siehe Karte oben).