Erstellt am 25. April 2012, 00:00

Bienen starben auch durch Beize. BIENENSTERBEN /  Ein Zusammenhang zwischen Bienenverlusten und insektiziden Beizmitteln wurde durch das Projekt Melissa von Experten bestätigt.

VON SARAH BAUMGARTNER

REGION / Mit dem Forschungsprojekt „Melissa“ wurden in Österreich seit 2009 Bienenschädigungen und mögliche Zusammenhänge mit Bienenkrankheiten und dem Einsatz von insektizid gebeiztem Maissaatgut wissenschaftlich untersucht.

Kürzlich wurde der Abschlussbericht des Projektes vorgestellt. Ein wichtiges Ergebnis: Durch umfangreiche Auflagen für die Saatgutbeizung und die Anwendung bei der Aussaat kam es zu einer Reduktion von Bienenverlusten. Trotzdem wurden auch 2011 Schäden an Bienenvölkern durch Maisbeizmittel nachgewiesen (die BVZ berichtete). Im Endbericht wird klargestellt, dass es einen unbestrittenen Zusammenhang zwischen Bienenverlusten und insektizid gebeiztem Saatgut gibt.

Fruchtfolge kann gegen  Bienensterben helfen

Als wirksamste Maßnahme gegen den Maiswurzelbohrer wird die Fruchtfolge gesehen, weil mit der Beizung alleine der Schädling nicht in den Griff zu bekommen ist. Erstmals wird nun auch die Fruchtfolge beim Maisanbau vorgeschrieben, allerdings in verwässerter Form. Demnach darf in drei aufeinanderfolgenden Jahren am selben Feld Mais angebaut werden und erst im vierten Jahr muss ein Fruchtwechsel erfolgen. Im deutschen Bundesland Baden-Württemberg, das mit seiner kleinstrukturierten Landwirtschaft vergleichbar mit Österreich ist und über einen durchaus nennenswerten Maisanbau verfügt, hat das Landwirtschaftsministerium angeordnet, dass nach zweijährigem Maisanbau im dritten Jahr ein Fruchtfolgewechsel stattfinden muss.

Emmerich Fazekas, Verbandspräsident der Burgenländischen Bienenzuchtvereine, wollte zum Ergebnis des „Melissa“-Projektes keine Stellung nehmen. Er befürchtet eine Verunsicherung der Konsumenten und verweist auf die neue Saison. So soll das Jahr 2012 zum Probejahr werden. Denn wenn wiederum Bienenschäden auftreten, sollen neo nikotinoide Beizmittel, so wie in Italien, Deutschland oder Slowenien, nicht mehr eingesetzt werden dürfen – fordern die Imker.

Wer mehr über das Bienensterben erfahren möchte, hat am 27. April, im Gasthaus Limbacherhof in Limbach, die Gelegenheit, den Film „Summ? mir das Lied vom Tod“ zu sehen. Alle sind dazu eingeladen. Beginn ist um 20 Uhr, der Eintritt ist frei!