Erstellt am 17. Juni 2015, 09:11

von Vanessa Bruckner

Sumsi hat´s nicht leicht. Das Bienensterben ist in der Region Südburgenland weiter ein Thema. Zur aktuellen Lage der fleißigen Tierchen und wie man ihnen helfen kann.

 |  NOEN, BilderBox.com
Schwarz sollte man definitiv nicht tragen, wenn man zu Besuch bei einem Bienenstock ist. Auf die Farbe „stehen“ die Bienen gar nicht, denn sie assoziieren damit „Fell“ und greifen an. Was sie wiederum toll finden, ist Blütenstaub ohne Ende - und vor allem ohne Pestizide. Das massenhafte Bienensterben hat auch vor dem Landessüden nicht haltgemacht.

„Den Bienen fehlt der Lebensraum“

Vor allem im letzten Jahr beklagten heimische Imker das Sterben vieler ihrer Bienenvölker. Heuer ist die Situation zwar entspannter, aber Sumsi braucht definitiv unsere Hilfe, wie Johann Pilz, Obmann des Verbandes der burgenländischen Bienenzuchtvereine, betont: „Den Bienen fehlt der Lebensraum. Es gibt viel zu wenig blühende Pflanzen und noch immer zu viele Leute, sowohl im privaten als auch im landwirtschaftlichen Bereich, die Spritzmittel einsetzen und damit den Bienen schaden.“

Die größte Bedrohung ist aber, so der Experte, nach wie vor die Varroamilbe, die alle Bienen befällt. Hier sind die Imker gefragt, ihre Völker davor zu schützen.

Unterwarter verlor 2014 fast alle Völker

Ferdinand Derkovits aus Unterwart beschäftigt sich seit über 60 Jahren mit der Imkerei. Im letzten Jahr verlor der 76-Jährige fast alle seine Bienenvölker.

2015 ist ein besseres Jahr: „Ich habe heuer bereits zweimal Honig geschleudert. Obwohl die letzten Monate so kalt waren, waren die Bienen extrem fleißig“, freut sich Herr Derkovits, der gerade alle Hände voll zu tun hat, denn die Imkerei hat jetzt Hauptsaison.

Rund 60.000 Bienen leben in einem gesunden Volk und circa 25 Prozent der Lebensmittelproduktion hat mit Bestäubung durch Insekten zu tun. Die Honigbiene ist die wichtigste Bestäuberin, ohne sie könnte man viele Lebensmittel nicht herstellen. Sie zu schützen geht uns alle etwas an.


Das können Sie tun

  • Gartenflächen nicht mähen und nicht stark düngen – „Wiesen statt Rasen“ lautet die Devise

  • Blühende Pflanzenarten aussäen: Bevorzugen Sie Wildpflanzen mit ungefüllten Blüten, gefüllte Blüten bringen nur Schönheit, aber keine Nahrung

  • Auch ein blühendes Balkonkisterl hilft den Bienen bereits


Daten und Fakten

Bienen und Imker im …

  • Bezirk Oberwart: 81 Imker und 915 Bienenvölker

  • Bezirk Güssing: 48 Imker und 387 Bienenvölker

  • Bezirk Jennersdorf: 64 Imker und 717 Bienenvölker